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Anwohner beklagen Parkplatzmangel in neuer Konzer Prachtstraße (Video)

Anwohner beklagen Parkplatzmangel in neuer Konzer Prachtstraße (Video)

Nach ihrer Sanierung sieht die Konzer Bahnhofstraße viel schöner aus als vorher, da sind sich alle einig. Anders sieht das bei der Stellplatzsituation aus – da gehen die Meinung der Anlieger und der Verwaltung auseinander.

Ein Spaziergang durch die neue Konzer Prachtstraße lohnt sich. Denn so lässt sich genau beobachten, was die fast vier Millionen Euro teuren Bauarbeiten in der Bahnhofstraße zwischen Konstantinstraße und Saarstraße bewirkt haben.

Durch die umfassende Sanierung, die zumindest zwischen der Konstantinstraße und dem Bahnhofsgebäude fast komplett abgeschlossen ist, hat sich nicht nur die Fahrbahnoberfläche verändert.

Die Neuaufteilung des Verkehrsraums, die Anordnung der Parkplätze und die große Insel mit der restaurierten Museumslok im Entrée der Straße an der Schillerbrücke schaffen eine ganz neue Atmosphäre.

Wo früher der Charme eines verrosteten Güterwaggons vorherrschte, sieht es heute einladend und repräsentativ aus.

Sachstand Am Bahnsteig sollen nur noch Fahrradboxen aufgestellt werden. Dann ist der Abschnitt zwischen dem Bahnhofgebäude und der Schillerbrücke komplett saniert.

Zurzeit arbeitet die Baufirma noch an dem 230 Meter langen Abschnitt vom Bahnhofsgebäude bis zur Saarstraße. Dort legen die Arbeiter noch die Bürgersteige an. Auch die neue Fahrbahn wird noch aufgetragen. Laut Verwaltungssprecher Michael Naunheim sollen die Arbeiten an der Straße Ende Juni abgeschlossen werden.

Anschließend ist vom Bahnhof aus gesehen hinter der Brienonbrücke noch der Bau eines Parkplatzes mit bis zu 60 Stellplätzen samt Grünflächen vorgesehen. Für dieses Projekt hat der städtische Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung eine Grundsatzentscheidung gefällt.

Ein Auftrag wurde jedoch noch nicht vergeben. Eine erste Kostenschätzung liegt bei 326.000 Euro.

Anlieger Nach anfänglicher Kritik sind die meisten Anwohner inzwischen zufrieden mit dem Ergebnis. Es gibt aber auch einzelne Kritikpunkte. Zum Beispiel an der langen Zeit mit Ampelschaltung: So beklagen die Geschäftsleute im Gespräch mit dem TV teilweise Einbußen von bis zu 70 Prozent.

Kerstin Iversen, Inhaberin der Stern-Apotheke, meint: "Wir hatten mächtig Einbußen während der Bauphase." Das Ergebnis der Bauarbeiten könne sich aber sehen lassen: "Selbstverständlich ist es schöner als vorher", sagt die Apothekerin. Sie hoffe jedoch darauf, dass die Stadt die neuen Grünflächen auch regelmäßig pflege. Zudem lasse die Parkplatzsituation zu wünschen übrig.

Rainer Coenen, der einen Laden für Schuhreparaturen mit Schlüsseldienst in der Bahnhofstraße betreibt, bestätigt die Angaben der Apothekerin. Kurz nach 7 Uhr morgens seien alle Parkplätze voll. "Es gibt zu viele Dauerparker in der Straße, die nichts vor den Türen auf der bebauten Straßenseite zu suchen haben", sagt er. Aus Sicht des Schusters müsste die Verwaltung noch ein paar Hinweisschilder anbringen. Er frage sich zudem, was der leere Platz mitten auf einer Verkehrsinsel nahe der Lok soll, sagt Coenen zum TV: "Wer soll sich dort denn aufhalten? Und warum werden dort keine Parkplätze hingebaut?"

Metzger Johannes Reck zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis der Bauarbeiten: "Es ist schön geworden. Wenn es nicht so lange gedauert hätte, wäre alles in Ordnung." Die Stellplatzsituation beklagt der Ladeninhaber genauso wie die anderen Geschäftsleute. Die Konzer Verwaltung beurteilt sie jedoch anders.

Verwaltung Auf TV-Anfrage erklärt Verwaltungssprecher Naunheim, wie sich die Parkplatzsituation in der Bahnhofstraße entwickelt hat.

Das Angebot sei vor der Sanierung wegen der "beengten Örtlichkeit eingeengt und unstrukturiert gewesen", sagt er.

Naunheim bezieht sich bei der Darstellung der Parkplatzsituation am Bahnhof auf eine Zählung von Dezember 2014/Januar 2015. Demnach haben damals auf beiden Seiten des Bahnhofs in der Summe durchschnittlich 63 Autos geparkt: in der Bahnhofstraße durchschnittlich 37, in der Güterstraße 26.

Nach der Sanierung macht die Verwaltung insgesamt 140 Stellplätzen links und rechts des Bahnhofs aus. 56 davon seien in der Bahnhofstraße. Verwaltungssprecher Michael Naunheim rechnet vor: "Also wurden in der Bahnhofstraße bereits jetzt 19 öffentliche Parkplätze mehr geschaffen als vor der Sanierung im Durchschnitt genutzt wurden - also etwa 50 Prozent mehr Parkplätze." In der Güterstraße stünden 84 Stellplätze zur Verfügung.

Naunheim setzt hinzu: "Diese Rechnung berücksichtigt noch nicht, dass hinter der Brienonbrücke der Bau eines weiteren Parkplatzes vorgesehen ist."

Neben den öffentlichen Stellplätzen sollen auch noch private entstehen im Rahmen der Sanierung des Bahnhofsgebäudes durch Investor Wolfgang Schäfer. Dieser hat das Bahnhofsgebäude von der Stadt gekauft. Er will es laut eigenen Angaben sanieren. Im Erdgeschoss sollen ein Gastronomiebetrieb, im Obergeschoss Büros entstehen. Wann der Investor loslegt, steht noch nicht fest.
Meinung: Anwohnerparken als Lösung

Foto: Christian Kremer
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Foto: Christian Kremer
Foto: Christian Kremer
Foto: Christian Kremer

Die Bahnhofstraße ist nach der Sanierung schöner als vorher. Das steht außer Frage. Die Parkplatzsituation lenkt den Blick jedoch auf grundsätzliche Fragen, die in den Gremien der Stadt Konz diskutiert werden müssen.

Muss Parken in Konz kostenlos bleiben? Nein! Kostenlose Parkplätze im ganzen Stadtgebiet gibt es in der Region Trier nur in Konz, in allen anderen Städten funktioniert es mit Gebühren.

Und: Wären Anwohnerparkplätze sinnvoll? Solche Stellplätze böten sich zum Beispiel auf der bebauten Seite der Bahnhofstraße an. Geschäftsleute könnten diese für ihre Kunden frei halten.

c.kremer@volksfreund.de