Appell an die Herrchen

Einen Haufen Ärger und Arbeit hinterlassen die öffentlichen "Geschäfte" mancher Hunde in der Stadt Konz. Dem will die Verwaltung nun Einhalt gebieten. Außerdem ist angedacht, den nicht angemeldeten Hunden professionell auf die Spur zu kommen.

Konz. Sie liegen meistens da, wo sie in dem Moment niemand vermutet, auch nicht der Fußgänger bei seinem Spaziergang an der Mosel, nicht der städtische Arbeiter, der die Wiese mäht, nicht das spielende Kind, das seinem Ball in die Hecke nachläuft. Es geht um die Hinterlassenschaften von Hunden, die gerade auf öffentlichem Gelände ihrem "Geschäft" nachgegangen sind. Die Vielzahl der Haufen geben einigen Konzern derzeit Anlass zu Beschwerden, berichtet Stadtbürgermeister Karl-Heinz Frieden.

"Die Kommune ist nicht der Müllsammler"



Vor allem am Panoramaweg in Roscheid, im Maiersbach-Park in der Stadtmitte oder an den Uferwegen von Saar und Mosel - überall dort, wo es viele Spaziergänger gebe, seien auch die "Spuren" der Vierbeiner zu finden. Zwar gibt es auch Hundehalter, die sich vorbildlich um die Sauberkeit kümmern. Aber sie gelten offenbar nicht für jeden als Vorbild.

Ein paar Städte in der Region setzen inzwischen auf Tütenspender und Sammelboxen. Der Hundehalter soll sich einen Plastikbeutel nehmen, den Haufen seines Vierbeiners eintüten und das ganze in der Box entsorgen. In Neumagen-Dhron und Longkamp ist das Usus, in Trier gibt es seit knapp drei Jahren die Tütenboxen. Andere Städte wie Wittlich sind mit den Versuchen gescheitert. Unter anderem hatten sich Jugendliche regelmäßig einen Spaß mit den Tüten erlaubt und für noch mehr Unordnung gesorgt, als dass die Taschen einen Nutzen für Hundehalter gehabt hätten. "Ich bin noch nicht davon überzeugt, ob die Spender und Boxen das richtige Mittel sind", sagt Frieden.

Nicht allein die Anschaffung koste Geld, dahinter stecke auch ein gewisser Aufwand zur Entsorgung des "Materials" - im Sommer müssten städtische Mitarbeiter die Boxen sicher täglich leeren. Seine bevorzugte Methode: "Wir setzen auf Überzeugung." Denn warum solle die Stadt noch Tüten für Herrchen und ihre Vierbeiner spendieren, wenn sie sich die Beutel doch genauso gut Zuhause schon einstecken könnten - und sie am Ende des Gassigehens auch dort entsorgen könnten, fragt Frieden rhetorisch und sagt deutlich: "Die Kommune ist nicht der Müllsammler der Bürger, die ihren Abfall liegen lassen."

Zwar will Frieden bewusst keine Droh-Kulisse mit Anzeigen und Bußgeldern aufbauen und eher mit Argumenten punkten, dennoch sollte dies nicht bis zum Äußersten ausgereizt werden. In der "Gefahrenabwehrverordnung der Verbandsgemeinde Konz", die unter anderem regelt, dass ein Hund in der Stadt nicht frei herumlaufen darf und dessen Hinterlassenschaften weggeräumt werden müssen, ein maximales Bußgeld in Höhe von 5000 Euro benannt.

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