"Arbeiten bis 67? Es funktioniert"
Globalisierung und Generationenkonflikt: Lothar Späth hat im Rahmen des Neujahrsempfangs des CDU-Kreisverbands Trier-Saarburg am Freitagabend unter anderem über offene Grenzen und das Zusammenspiel von Jung und Alt gesprochen.
Konz. (api) Rund 200 Blicke richteten sich auf die Bühne im Festsaal des Klosters Karthaus, etwa 400 Ohren lauschten am Freitagabend ihm: Lothar Späth, Professor, ehemaliger Innenminister und baden-württembergischer Ministerpräsident, war der Ehrengast beim Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbands Trier-Saarburg. Ihm galt all die Aufmerksamkeit des Abends. CDU-Kreisvorsitzender Arnold Schmitt und Landtagsabgeordneter Bernd Henter hielten ihre Ansprachen äußerst kurz, um - so schien es - den Fokus auf Späths Rede zu belassen. Darin betonte er unter anderem die beiden Entwicklungen, mit denen sich Deutschland beschäftigen muss: die Globalisierung und der Alterungsprozess. "Die Globalisierung wird niemand verhindern können", sagte Späth. "Und wer vom Export abhängig ist, kann gar nicht gegen die Globalisierung sein." Besonders in der hiesigen Gegend profitierten die Bürger von den offenen Grenzen, gerade zu Luxemburg. "Die Region Trier wäre kein so zentraler Ort, wenn Luxemburg nicht da wäre."Staatsgrenze ist kein Hindernis mehr
Auf TV-Nachfrage konkretisiert er seine Empfehlung für die Region: "Es sollten sich mehr junge Unternehmen aus der Software- und Informationstechnologie hier ansiedeln." Zusammen mit Luxemburg könne man ein starkes Umfeld bieten. Die Staatsgrenze sei da längst kein Hindernis mehr.Größere Sorgen bereitet dem 70-Jährigen indes der Alterungsprozess der Gesellschaft. Das erste Opfer des Generationenkonflikts sieht Späth in der Tendenz zu einer Grundrente, während die Beitragssätze beibehalten werden und der Grad der Selbstorganisation steige. Aber auch abseits von den Finanzen muss sich was bewegen: Es soll sich nach den Vorstellungen Späths eine Partnerschaft der Generationen entwickeln. "Es muss zu einem Selbstverständnis werden, sich um Alte und Schwache zu kümmern." Gleichzeitig sollte man das Potenzial junger Alter weiter nutzen. "Arbeiten bis 67? Ich habe es ausprobiert, bin nun 70, also funktioniert's", sagte Späth mit einem Augenzwinkern. Inzwischen jedoch nehme er sich auch etwas mehr Zeit für die Familie. Als er noch in der Politik aktiv war, habe er kaum an der Erziehung seiner Kinder mitwirken können, da er oft außer Haus war. Umso mehr freut er sich nun, wenn er seine sechs Enkel aufwachsen sieht. Und das siebte folgt sodann: Am Freitag sollte das fünfte Kind von Sohn Peter Späth, Vorstandsmitglied der Sparkasse Trier, zur Welt kommen. EXTRA Ein eigener Parlamentsspiegel ist das neue Projekt der Christdemokraten aus dem Kreis Trier-Saarburg. Ab Ende Februar soll die acht Seiten umfassende Zeitung drei oder vier Mal im Jahr dem Amtsblatt beiliegen. Auf diese Weise sollen die Bürger im Kreis und in der Stadt über die Arbeit der CDU-Parlamentarier sowie der Unionsmitglieder in Kreistag und Stadtrat informiert und Transparenz geschaffen werden. Die Frage nach dem Namen des Blattes ist noch offen. Vorschläge nimmt Bundestagsabgeordneter Bernhard Kaster per E-Mail an BernhardKaster@bundestag.de entgegen.