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Arbeiter kippt mit Radlader in die Saar - Fahrzeug versinkt, Mann rettet sich leicht verletzt

Arbeiter kippt mit Radlader in die Saar - Fahrzeug versinkt, Mann rettet sich leicht verletzt

Ein 22-jähriger Arbeiter ist am Dienstag gegen 17 Uhr mit seinem Radlader in die Saar gekippt. Er fuhr mit dem Fahrzeug über die Kante der Plattform, auf der er arbeitete. Der Fahrer konnte sich aus dem sinkenden Radlader befreien und erlitt nur leichte Verletzungen.

Arbeiter kippt mit Radlader in die Saar - Fahrzeug versinkt, Mann rettet sich leicht verletzt
Foto: Wasserschutzpolizeistation Trier

Dietmar Esch, Leiter der Wasserschutzpolizei Trier, erklärt auf Volksfreund-Anfrage den Ablauf des Unfalls: Der Fahrer geriet beim Rangieren zu nahe an den Rand und kippte mit dem gesamten Fahrzeug in die Saar bei Biebelhausen. Er wurde leicht am Arm verletzt, rettete sich schwimmend ans Ufer und fuhr zu einem Arzt. Ein Privatunternehmen barg den Radlader am Dienstagabend.

Der Hintergrund: Zum Bau der zweiten Schleusenkammer in Trier wird die Mosel ausgebaggert. Das Baggergut wird von Trier per Schiff moselaufwärts bis Konz und dann über die Saar nach Ayl-Biebelhausen transportiert. Dort hat das Wasser- und Schifffahrtsamt Trier eine abgegrenzte Fläche eingerichtet, wo der Schlamm aus Trier zwischengelagert wird.

Der Schiffsführer kann in Biebelhausen an einer Betonplattform direkt am Ufer anlegen. Per Bagger wird der Schlamm dann abgeladen und vorübergehend gelagert. Von dort wird das Material später per Lastwagen zu einer Deponie abtransportiert.

Die Verladestelle wird täglich gereinigt, um unter anderem ein gefahrloses Rangieren zu ermöglichen. Die Reinigung übernimmt im Auftrag des Wasser- und Schifffahrtsamts die Firma, die auch mit dem Abtransport befasst ist. Um die Fläche zu kehren, setzt die Firma einen Radlader mit einer Walzenbürste ein.

Beim Rangieren mit diesem Radlader geriet der 22-jährige Fahrer am Dienstag gegen 17 Uhr zu nah an den Rand und kippte mit dem gesamten Fahrzeug in die Saar. Taucher sicherten das Fahrzeug mit Haltegurten, um zu verhindern, dass es in die Fahrrinne abtreibt. Schließlich wurde der Radlader um 19 Uhr mit einem Bagger geborgen.
Dietmar Esch: "Wir bergen immer wieder Fahrzeuge aus den Flüssen, die zum Beispiel nach Straftaten dort versenkt worden sind oder am Ufer geparkt worden und dann ins Wasser gerollt sind. Das passiert sogar mit Wohnmobilen."

Während der Bergungsarbeiten in Biebelhausen wurde die Saar für die Schifffahrt vorsorglich etwa eine Stunde lang gesperrt, um Kollisionen zu vermeiden und die Sicherheit der Taucher zu gewährleisten. "Es gibt noch keine Aussage zur Schadenshöhe. Das muss begutachtet werden", sagt Dietmar Esch. Die Wasserschutzpolizei werde das Ergebnis der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft übermitteln, die letztlich entscheidet.

Theoretisch könnte es um eine fahrlässige Gefährdung des Schiffsverkehrs gehen. "Wir gehen derzeit jedoch von einem reinen Betriebsunfall aus."