Arbeitsagentur reduziert Angebot

Wer in den Verbandsgemeinden Hermeskeil und Kell am See wohnt und arbeitslos wird, muss für die Erstmeldung künftig nach Saarburg oder Trier fahren. In der Hermeskeiler Arbeitsagentur ist das nicht mehr möglich.

Hermeskeil. Zumindest einmal müssen Menschen aus Hermeskeil und Kell am See, die abeitslos werden, künftig einen weiteren Weg in Kauf nehmen. Und das betrifft die Erstmeldung. Bislang gab es in der Hermeskeiler Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in der Trierer Straße eine sogenannte "Eingangszone", wie sie von Pressesprecher Thomas Mares bezeichnet wird. Sie war bis Ende 2009 personell mit einer Halbtagskraft besetzt. Als die Mitarbeiterin in Ruhestand ging, wurden eine Zeit lang noch Vertreterinnen der Geschäftsstelle aus Saarburg nach Hermeskeil geschickt. Inzwischen ist diese Stelle aber komplett nach Saarburg verlagert worden. "Leicht gefallen ist uns dieser Schritt nicht. In Hermeskeil war die Kundenzahl aber zu gering, um diese Stelle wirtschaftlich zu betreiben", so Mares.

Arbeitslosenzahl ist konstant auf niedrigem Niveau



Will heißen: Der Umzug hat im Prinzip einen positiven Hintergrund. Im Agenturbezirk Hermeskeil - er umfasst die beiden VGen Hermeskeil und Kell - ist die Arbeitslosenzahl weiterhin relativ niedrig. Sie liegt aktuell im Februar bei 4,3 Prozent (zum Vergleich: in der Region Trier sind es 5,0 Prozent, in Rheinland-Pfalz 6,4 Prozent und bundesweit 8,7 Prozent).

Konkret haben im Hochwaldraum 574 Menschen keinen Job. Davon fallen 333 unter die Regelungen des Sozialgesetzbuches III. Das heißt, sie bekommen ihr Geld aus der Arbeitslosenversicherung. Nur diese Gruppe, so Mares, ist von den Veränderungen in Hermeskeil betroffen. Wer sich neu arbeitslos melden will, muss sich seit der zweiten Märzwoche entweder an die Arbeitsagenturen in Saarburg oder in Trier wenden. Mares weist aber ausdrücklich auch auf die Möglichkeit hin, die Erstmeldung telefonisch (01801/555111) oder übers Internet ( www.arbeitsagentur.de, dann auf den Bereich "Bürgerinnen und Bürger" klicken) vorzunehmen.

Der Verlust der Erstanmeldungsstelle bleibt aber die einzige wichtige Veränderung in der Hermeskeiler Geschäftsstelle. Die für die Hartz IV-Empfänger zuständige Arge (eine Arbeitsgemeinschaft der Bundesagentur für Arbeit und des Landkreises Trier-Saarburg) bleibt vor Ort.

"Auch die Kollegen, die die Arbeitsvermittlung und die späteren Beratungsgespräche übernehmen, sind weiter dauerhaft in Hermeskeil", betont Mares.

Letzteres ist der entscheidende Unterschied zu den Umstrukturierungen in der Morbacher Geschäftsstelle, wo gleich vier Mitarbeiter nach Bernkastel-Kues abgezogen sind (der TV berichtete).

Ausdrücklich weist Mares darauf hin, "dass wir, wenn in einem Unternehmen eine große Zahl an Entlassungen ansteht, in die Betriebe gehen und Daten für die Arbeitslosmeldung aufnehmen". Dieses Vorgehen sei auch beim Fensterbeschlagherstellers "Siegenia-Aubi", der für seine Werke in Reinsfeld und Hermeskeil den Abbau von 233 Vollzeitstellen angekündigt hat, selbstverständlich.