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Arbeitsgruppen empfehlen Aktionstage, Argumente und Aufklärung

Arbeitsgruppen empfehlen Aktionstage, Argumente und Aufklärung

Altersdiskriminierung, Rassismus, Gender, Extremismus und Menschenfeindlichkeit gegen Menschen mit Behinderung: Diese Themen haben Teilnehmer der Demokratiekonferenz in Saarburg diskutiert. Seit 2015 nimmt die Verbandsgemeinde am Bundesprogramm "Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit" teil.

Saarburg. Viele Ideen für Projekte haben die 24 Teilnehmer gesammelt. Was konkret umgesetzt wird, fördert der Bund mit bis zu 5000 Euro aus einem Fonds "Demokratie leben" (siehe Extra). Mögliche Ideen sind zum Beispiel Aufklärungsveranstaltungen über Extremismus, bei denen Argumente gegen "Thekengespräche" aufgezeigt werden."Alle Arbeitsgruppen waren sehr produktiv und haben viele Vorschläge erarbeitet", lobt Anette Barth die Teilnehmer. Sie hat als Geschäftsführerin des lokalen Bündnisses für Familie in der VG Saarburg, das als Träger der Koordinierungs- und Fachstelle der lokalen Partnerschaft für Demokratie fungiert, die Veranstaltung in der KulturGießerei mitorganisiert. "Ich hätte mir aber gewünscht, dass mehr Vereinsvertreter das Angebot nutzen, da es gerade für Vereine und Organisationen Möglichkeiten gibt, Projekte zu fördern", fügt sie hinzu. "Wir brauchen Leute, die aktiv mitarbeiten und sich auch kritisch mit einer Sache auseinandersetzen können."Die lokale Partnerschaft Demokratie sei ein ideales Pendant zur Koordinierungs- und Fachstelle für Flüchtlingsarbeit. "Wir arbeiten gut zusammen. In den vergangenen Jahren lag das Hauptaugenmerk auf dem Thema Flüchtlinge und Migration. Wir möchten aber auch verstärkt auf die Bedürfnisse aller Zielgruppen schauen."Rechtsextreme Tendenzen gibt es nicht nur im Osten Deutschlands. Beispiel sei die kaum bekannte, sogenannte "Identitäre Bewegung", die vor kurzem Holzkreuze in der Stadt aufgestellt und Banner aufgehängt hat, auf denen Wörter wie "Tradition" zu lesen waren. "Dadurch wird vermittelt, dass unsere Werte zu Grabe getragen werden", sagt Barth. Ihre Mitarbeiterin Britta Loch, die die Arbeitsgruppe "Altersdiskriminierung" betreut hat, sagt: "Das Thema wird zunehmend wichtiger, da sich die Altersstrukturen in den nächsten Jahrzehnten ändern werden. Es gibt mehr Alte als Junge". Eine Idee wäre hier ein Aktionstag, bei dem junge Menschen in einem sogenannten Alterssimulationsanzug am eigenen Leib erfahren können, wie es ist, alt zu sein. Teilnehmer Fritz Eich hat in der Arbeitsgruppe Rassismus mitgearbeitet. "Es gibt keine Rassen beim Homo Sapiens" sagt er. Man müsse die Leute über den Begriff "Rassismus" aufklären. Die Angst durch gegenseitiges Kennenlernen nehmen oder zum Beispiel Workshops in Schulen durchführen. mwiExtra

Das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend initierte Programm "Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit" will ziviles Engagement und demokratisches Verhalten fördern und hat dazu bundesweit Fördergeld bereitgestellt. Unterstützt werden Vereine, Projekte und Initiativen, die sich für Demokratie und Vielfalt engagieren. Dafür stellt das Bundesministerium mit einer Perspektive von fünf Jahren, beginnend ab 2015, Geld für einen Aktions- und Initiativfonds zur Verfügung, aus dem konkrete Projekte finanziert werden können. Über die Maßnahmen entscheidet ein Begleitausschuss. Insgesamt steht der VG Saarburg eine Fördersumme von 25 000 Euro pro Jahr zur Verfügung. mwi Weitere Informationen gibt es unter der Adresse: saarburg-vielfalt.de