Archäologen legen in Hermeskeil ältestes Römerlager auf deutschem Boden frei

Archäologen legen in Hermeskeil ältestes Römerlager auf deutschem Boden frei

Forscher der Uni Mainz haben am Montag in Hermeskeil die von ihnen gefundenen Überreste eines römischen Militärlagers vorgestellt. Es ist die bisher älteste antike Garnison, die Archäologen auf deutschem Boden entdeckt haben.

Laut Grabungsleiterin Sabine Hornung haben römische Legionäre das Lager in der Endphase des Gallischen Kriegs zwischen 53 und 51 vor Christus errichtet. "Diese Datierung ist zu 90 Prozent gesichert". In Hermeskeil wurde damit das bisher einzige römische Militärlager aus der Zeit des Kaisers Julius Cäsar gefunden. "Hier wird ein Stück Weltgeschichte archäologisch greifbar", sagte Hornung am Montag an der Ausgrabungsstätte.

Bisher sind Forscher auf deutschem Boden nur auf die Überreste von römischen Garnisonen gestoßen, die im Zeitalter von Kaiser Augustus entstanden sind. So ist das Römerlager auf dem Trierer Petrisberg wahrscheinlich in den Jahr 30/29 vor Christus errichtet worden.

Die Datierung des Hermeskeiler Lagers gelang den Mainzer Archäologen unter anderem anhand der Form von Schuhnägeln, die die Legionäre auf dem gepflasterten Gassen der Garnison verloren hatten. Außerdem lieferten Keramikscherben den Forschern wichtige Aufschlüsse. Bei dem Lager in Hermeskeil handelte es sich wahrscheinlich um eine große Zeltstadt, die durch einen Befestigungswall begrenzt wurde.

Das Lager war insgesamt etwa 26 Hektar groß. In ihm waren laut Hornung zwischen 5000 und 10.000 Soldaten über mehrere Monate hinweg im Kampf gegen den aufständischen Keltenstamm der Treverer stationiert. Nachdem dieser Feldzug - vermutlich unter dem Befehlshaber Titus Labienus - vorbei war, haben die Legionäre das Lager unbrauchbar gemacht und verbrannt. Auf die Überreste einer festen Bebaaung sind die Archäologen nicht gestoßen.

Zurzeit graben die Forscher in Hermeskeil an einer Stelle des Lagers, in der vermutlich der Tross der römischen Legion untergebracht war. Im nächsten Jahr ist eine größer angelegte Grabung geplant, deren Finanzierung aber noch nicht gesichert ist, sagt Sabine Hornung.

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