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Architekten im politischen Räderwerk

Architekten im politischen Räderwerk

Als Opfer der Auseinandersetzung um das Osburger Hallenprojekt sehen sich die Kaseler Architekten Hans-Jürgen Stein und Thomas Hemmes. Wegen eines internen Papiers zum Vergabeverfahren, das dem TV zugespielt worden war, droht Bürgermeister Bernhard Busch von der Verbandsgemeide (VG) Ruwer derweil mit einem Strafantrag.

Kasel. Mehrheitlich hatte der Verbandsgemeinderat Ruwer 2007 entschieden, einen Förderantrag zum Bau einer Sporthalle an das Mainzer Innenministerium zu stellen. Als Grundlage diente ein Vorentwurf des Büros Stein + Hemmes. Mainz wies den Entwurf im Kostenrahmen von rund sechs Millionen Euro zurück (der TV berichtete) und die Kommunal-Aufsicht setzte die Kostengrenze schließlich auf 3,6 Millionen Euro fest. Nach langem Hin und Her einigten sich die Gremien auf ein neues Ausschreibungsverfahren. Der Bauausschuss entschied sich für das Schweriner Büro Jäger + Jäger, das seinerseits eine Kooperation mit dem Hürther Ingenieurbüro KSG anstrebte.

Zur vorgesehenen Planungsvergabe im Frühsommer 2009 kam es jedoch nicht. Grund: Bürgermeister Busch hatte vor der entscheidenden Sitzung angedeutet, dass er auch das Kaseler Büro Stein + Hemmes mit im Boot haben wolle. Der Schweriner Architekt Gerd Jäger zog deshalb vor die Mainzer Vergabekammer, und sein Partner in spe - die KSG Hürth - signalisierte, dass sie keine Kooperation mit den Kaseler Architekten wünsche.

Um im Kostenrahmen von 3,6 Millionen Euro zu bleiben, müsse man mit einem erfahrenen Hallenbauer wie Jäger zusammenarbeiten - ein Dritter störe nur.

Kosten richten sich nach Größenvorgabe



Diese Aussage verärgert die Kaseler Architekten Hans-Jürgen Stein und Thomas Hemmes. Sie wehren sich gegen den unterschwelligen Vorwurf, nicht im unteren Kostenrahmen planen zu können.

"Wir sind in die Räder der Politik geraten", sagt Stein, und sein Partner Hemmes verweist auf seine Erfahrungen mit dem Bau der Hochwaldhalle in Hermeskeil. Die überzogenen Kosten des Entwurfs aus 2007 hätten auf den überspitzten politisch Anforderungen an das Projekt beruht. "Wenn wir in einer entsprechend kleineren Größenvorgabe planen können, bleiben auch wir im Kostenrahmen", sagt Stein.

Zum Politikum wird derweil ein an den Trierischen Volksfreund weitergereichtes Schreiben (TV vom 22. August). Da als Informant nur ein bestimmtes Ratsmitglied in Frage komme, werde er gegen die entsprechende Person Strafanzeige erstatten, sofern sie sich nicht bis Mittwoch zum Vorwurf geäußert habe, erklärt Bürgermeister Busch auf Anfrage.