"Armer Ritter" auf der Zielgraden
Große Vorbereitung für ein großes Werk: Am Konzer Gymnasium befindet sich das Theaterpilotprojekt "Armer Ritter" in der Endphase. 55 Schüler, neun AG-Leiter, vier Spielorte und drei Aufführungen. Die Ganztagsschulklassen der Jahrgangsstufen sechs und sieben kleckern nicht, sie klotzen.
Konz. (jbo) Drachen, Prinzessinnen und mutige Helden in mittelalterlichen Schauplätzen - das Theaterstück "Armer Ritter" von Peter Hacks greift mitten hinein ins pralle Märchenleben. Nicht aber, ohne auch über Tugenden wie Ehre, Tapferkeit, Demut oder Gerechtigkeit zu sinnieren.
Alles aus einer Hand
Dass die künstlerischen Leiterinnen des Projekts, die Deutschlehrerinnen Renate Eckes und Ina Steinbrücker, nicht nur Theater spielen lassen, sondern sich darüber hinaus um historische Themen (Mittelalter), moderne Vermarktung (Pressearbeit), Aufführungstechnik und handwerkliches Geschick (Kostüme, Kulissen, Akrobatik) kümmern, ist das eigentlich Besondere am dem Projekt. "Möglich wird so etwas nur im Rahmen der Ganztagsschule", sagt Renate Eckes.
Die Besucher des Theaterstücks (Aufführungen sind geplant am 7./8./9. Mai, jeweils um 19.30 Uhr im Innenhof des Gymnasiums) werden aber nicht nur ein Theaterstück erleben, in dem die jungen Schauspieler zeigen können, dass sie sich das Stück mit viel Engagement erarbeitet haben.
Die Zuschauer werden während der Veranstaltung an verschiedene Schauplätze geleitet, an denen Gaukler Feuerjonglagen und akrobatische Kunststücke zeigen, an denen sich Ritter in raffiniert choreographierten Schwertkämpfen duellieren, oder wo es der Held "Armer Ritter" im dunklen Wald mit einem furchteinflößenden Drachen aufnimmt. Dieser enorme Aufwand erfordert einen detaillierten Gesamtplan, denn schon Kleinigkeiten können das zerbrechliche Miteinander der verschiedenen Aktivitäten empfindlich stören. "Da alles draußen stattfindet, muss auch das Wetter mitspielen, denn einen "Plan B" für eine Aufführung im Gebäude gibt es nicht", sagt Schulleiter Paul Weirich.
Besonders glücklich ist man am Gymnasium darüber, dass es eine intensive Zusammenarbeit mit "außerschulischen" Fachleuten gibt. "Wir haben für das Projekt einen Fechtchoreographen, einen Maler und Bildhauer, eine Bauzeichnerin, einen Fachmann für mittelalterliche Musik, eine Clownin und eine Logopädin gewinnen können", berichtet Ina Steinbrücker. Daneben unterstützen Eltern und ältere Schüler das Projekt durch Hilfestellungen, z.B. bei der Bühnentechnik und bei der Öffentlichkeitsarbeit.
Die potenziellen Besucher der Aufführungen dürfen sich also auf einen abwechslungsreichen Abend freuen. "Mit den Vorbereitungen liegen wir im Zeitplan", sagt Eckes. Bei ersten szenischen Ausschnitten konnte man erkennen: Sämtliche Akteure brennen darauf, dass es bald so weit ist.