Auch Blockhäuser sind erlaubt

Die Planung des Neubaugebiets "Burgbungert" im Südwesten Freudenburgs schreitet zügig voran. Mit der vorgeschriebenen Offenlage des Bebauungsplans will die Gemeinde nun eine weitere Hürde auf dem Weg zum Erschließungsbeginn nehmen. Nach einer Prognose von Ortsbürgermeister Bernd Gödert könnte das Genehmigungsverfahren Ende August abgeschlossen sein.

Freudenburg. Mit großen Schritten rückt der Beginn der Erschließungsarbeiten im "Burgbungert", dem insgesamt rund 100 Baustellen zählenden und in drei Bauabschnitte unterteilten Neubaugebiet im Südwesten Freudenburgs, näher. "Wenn alles klappt, könnte schon Ende August das Genehmigungsverfahren über die Bühne sein", prognostizierte Ortschef Bernd Gödert in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Wäre da nicht das übliche Verwaltungsprozedere - in diesem Fall die vorgeschriebene Offenlage des Bebauungsplans -, würde alles noch schneller gehen. Johannes Zimmer, Ingenieur aus Freudenburg und zuständig für die Tiefbauplanung im Burgbungert, steht jedenfalls schon in den Startlöchern. "Von der Entwurfsplanung her ist alles fertig. Ich könnte morgen schon ausschreiben", erklärte Zimmer auf Göderts Frage nach dem aktuellen Planungsstand. Denn parallel zum Bebauungsplanverfahren hatte der Ingenieur, der bereits mehrfach mit der Gemeinde zusammengearbeitet hat, den Erschließungsanlagen (Verkehrswege, Wasserversorgung und Kanalisation) zumindest auf dem Papier konkrete Formen verliehen - "um Zeit zu sparen", wie Hans Zimmer im TV-Gespräch erklärte. Dennoch: Um den "Verwaltungskram" kommen auch die Freudenburger Ratsherren nicht herum, und so beschloss das Gremium, mit der Offenlage des Bebauungsplans von einem Monat eine weitere Hürde auf dem Weg zum Erschließungsbeginn zu nehmen.Debatte um Blockbauten

Zuvor hatte der Rat rund zwei Stunden lang über die Stellungnahmen diverser Behörden, Institutionen und Bürger, die während der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit am Bebauungsplanverfahren eingegangenen waren, beraten. So regte die Kreisverwaltung an, Blockhäuser aus Holz im Burgbungert "wegen der Nähe zu der Denkmalzone Burg Freudenburg (...) auszuschließen". Auch im Rat kursierte die Frage: "Beeinträchtigen Holzhäuser das Erscheinungsbild der Burganlage?" Eine nicht ganz emotionslose Debatte folgte. "Es gibt auch moderne Bauten, die nicht ins Bild passen", war aus der Runde zu hören. Am Ende entschied der Rat, am ursprünglichen Entschluss festzuhalten und Blockbauten im Burgbungert zuzulassen.Gebaut werden soll in naher Zukunft auch in anderen Teilen Freudenburgs. So beabsichtigt ein nicht genannter Privatinvestor, im Teilgebiet "Ober Potzemswies" nahe der Neustraße sechs Grundstücke baureif zu machen. Ein entsprechender Bebauungsplan soll nach dem Willen der Gemeinde nun aufgestellt werden. Auch im Bereich Gartenstraße soll ein Mini-Baugebiet auf Privatbasis erschlossen werden. Vier Baustellen sollen im Teilgebiet "Auf Merchingen" entstehen.Bereits Ende April hatte sich der Gemeinderat grundsätzlich für den Ausbau der Schulstraße und der parallel dazu verlaufenden Kolpingstraße ausgesprochen (der TV berichtete). "Ich halte einen Ausbau schon deshalb für sinnvoll, weil es im gesamten Landkreis keine vergleichbar schlechte Straße gibt", hieß es . Beide Maßnahmen sind im Investitionsprogramm der Gemeinde Freudenburg für die Jahre 2008 und 2009 bereits berücksichtigt. Den Planungsauftrag hat die Gemeinde nun an das Freudenburger Ingenieurbüro Johannes Zimmer vergeben. Angaben zum Zeitpunkt des Baubeginns und zur Dauer seien noch nicht möglich. "Beides hängt davon ab, ob auch die Kanalisation erneuert wird, und das steht momentan noch nicht fest", so Hans Zimmer, der wie üblich auch die Bauarbeiten in den kommenden Jahren betreuen wird.