Auch die Eltern sind gefordert

Wie wichtig es ist, das Verhalten der Kinder im Straßenverkehr zu schulen, zeigte sich kürzlich wieder einmal eindrucksvoll im Bereich der Regionalen Schule in Kell am See.

ADAC-Moderator Thomas Willberger erklärt den Schülern, welche Gefahren im Straßenverkehr auf sie warten und wie man mit ihnen umgehen muss. Foto: privat

Kell am See. (hm) Die Bartholomäusstraße in Kell am See ist in beide Richtungen gesperrt. In Höhe der Regionalen Schule ist Action angesagt. Die Schüler der fünften Jahrgangsstufe mit ihren Lehrerinnen Ingeborg Müller und Silke Kiesewetter haben sich um einen PKW versammelt, der mehrfach die Aufschrift "Achtung Auto"trägt.Inmitten der jungen Meute steht der Moderator des ADAC, Thomas Willberger im intensiven Dialog mit den Kindern. "Das komplette Programm ist für uns als Schule kostenfrei, denn die Kosten für diese bundesweite Aktion werden vom ADAC Mittelrhein, den Michelin Reifenwerken und der Adam Opel KG übernommen", freut sich Konrektor Herbert Behres.Die Aktion ist äußerst effektiv und kommt hervorragend bei den Kindern an. Der Grund liegt auf der Hand: Es gibt nur drei Aktionserlebnisse, aber die haben es in sich. Getestet und geschult werden der Reaktionsweg, der Bremsweg und der Anhalteweg. Dass die beiden Erstgenannten den Anhalteweg ergeben, haben die Kinder schnell begriffen. Alle dürfen in dem Opel Corsa des ADAC nacheinander in Gruppen mitfahren. Doch zuerst zeigt Willberger, wie schnell 30 Kilometer pro Stunde eigentlich sind. Einige Schüler fahren mit und glauben, auf der Straße zu schleichen. Dann stehen sie am Straßenrand und erleben die Geschwindigkeit von außen. Auch Behres ist jedes Mal von Neuem beeindruckt. "Man unterschätzt ganz einfach die Geschwindigkeit."Doch dann heißt es Anschnallen für jeweils drei Mitfahrer. Mit 40 Kilometer pro Stunde kommt es zu einer Vollbremsung. Alle Kinder kommen an die Reihe und sind stark beeindruckt, "wie stark man beim Bremsen nach vorne gedrückt wird". Es hat den Anschein, jeder weiß, was ohne Sicherheitsgurte passiert wäre.Bei der nächsten Aktion werden die Kinder aktiv. Von einer Startlinie aus rennen sie auf Kommando los und sollen fünf Meter weiter genau auf der Ziellinie zum Stehen kommen. Das ist die Vorgabe. Doch keines der Kinder schafft das. Eine rege Diskussion beginnt, dann wissen die Kinder: Das ist mein Bremsweg. Wie groß muss der des viel schwereren Autos sein, das ja auch noch viel schneller fährt?Der Erfolg der Aktion zeigt sich von Minute zu Minute. Die Kinder sind sichtlich beeindruckt und sehen auch ein, dass sie, wenn sie noch keine zwölf Jahre alt und unter 1,50 Meter groß sind, vernünftiger Weise auf der Rückbank auf einem speziellen Kindersitz Platz nehmen sollten, natürlich fachgerecht angeschnallt. Wenn sie auf dem Beifahrersitz mitgenommen werden, brauchen sie eine Sitzerhöhung, damit der Sicherheitsgurt entsprechend wirken kann. Die Kinder unter zwölf Jahren werden von Willberger gemessen. "Wer groß genug ist, darf auf dem Vordersitz mitfahren. Wer gegen diese Regeln verstößt, handelt unverantwortlich", sagt Millberger. "Die Verletzungsgefahr erhöht sich um ein Vielfaches. Eltern sollten gewissenhafter sein und eventuell auch Schulungen besuchen. Die Sicherheit der Kinder beginnt beim Verantwortungsbewusstsein der Eltern."