Auch heute kauft man noch "beim Sophie" in Lampaden

Auch heute kauft man noch "beim Sophie" in Lampaden

Bäckermeister Karl-Heinz Jakobs von der Landbäckerei Jakobs in Lampaden feiert 50 Jahre im Beruf. Eine Chance für einen spannenden historischen Rückblick.

Ein historisches Foto aus dem Jahr 1962: Johann und Sophie Jakobs in ihrer Bäckerei. Foto: privat. Foto: Hans Muth (hm) ("TV-Upload Muth"

Lampaden "Das Unternehmen ist ein Glücksfall für die Gemeinde und darüber hinaus für die gesamte Region", sagte Gerhard Hilsamer, Referatsleiter Handwerksrolle bei der Handwerkskammer Trier. Der Anlass: Seniorchef Karl-Heinz Jakobs von der Landbäckerei Jakobs in Lampaden feiert in diesem Jahr sein 50. Berufsjahr. Zu einer Feierstunde hatte er ins Gemeindehaus eingeladen. Neben den Betriebsinhabern und ihren Mitarbeitern waren unter anderem Alois Kettern, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Wasgau AG, Bürgermeister Martin Alten und Ortsbürgermeister Martin Marx als Gratulanten erschienen.
Die mehr als ein halbes Jahrhundert zurückliegenden Wurzeln des Betriebs erklären, warum man in Lampaden bis heute "beim Sophie" kauft, wenn man die Bäckerei Jakobs betritt. "Unsere Bäckerei eröffneten meine Großeltern 1951 in der Brunnenstraße und verlegten das Geschäft später in die Bahnhofstraße", erzählt Frank Jakobs, der ältere Enkel des Bäckermeisters und Gründers des Betriebs. "Mein Opa Johann legte zwei Jahre später die Meisterprüfung ab, meine Oma Sophie kümmerte sich um das Ladengeschäft."
Der Name Sophie wurde zu einem Begriff, und schnell hieß es: "Ich gehe noch schnell zum Sophie zum Einkaufen." Die Verbindung des Namens mit einem Artikel ist eine Besonderheit der Mundart.
Bis heute hat sich daran offensichtlich nichts geändert. Obwohl die Gründer der Bäckerei schon lange nicht mehr leben, kauft auch heute noch jeder der alteingesessenen Lampadener Dorfbewohner "beim Sophie".
Wie der Betriebschronik, die dem TV zur Verfügung gestellt wurde, entnommen werden kann, hatte der heutige Seniorchef Karl-Heinz Jakobs 1967 im Alter von 14 Jahren die Lehre im elterlichen Betrieb begonnen und bereits nach insgesamt sechs Jahren die Meisterprüfung abgelegt.
Sein Sohn Frank trat in seine Fußstapfen. Er legte 1997 nach nur zwei Jahren Lehrzeit die Gesellenprüfung ab, wurde Kammersieger und 2. Landessieger beim Wettbewerb der RLP-Handwerksjugend und legte bereits vier Jahre später die Meisterprüfung ab.
Heute ist er Mitglied des Gesellenprüfungsausschusses bei Bäckern und Fachverkäuferinnen und im Ausschuss für Kammer und Landesentscheid der Bäckergesellen. Seit 25 Jahren vertritt er den Regierungsbezirk Trier als Brotprüfer bei der DLG und erhielt die silberne Mitarbeitermedaille der DLG.
"Ich bin sehr stolz, auf über 150 Prämierungen der Backwaren in den vergangenen 50 Jahren zurückblicken zu können", sagt der Seniorchef, der unter anderem Beisitzer im Meisterprüfungsausschuss der Handwerkskammer Trier ist. Bernd ist der jüngere Sohn in der Bäckerfamilie. Er wechselte 2002 nach einer Ausbildung zum Steuerfachangestellten in den Familienbetrieb und absolvierte 2005 erfolgreich die Weiterbildung zum Betriebswirt des Handwerks (HWK). Seit 2015 führen Frank und Karl-Heinz Jakobs gemeinsam den Betrieb. Hiltrud, Bernd und Martina, Ehefrau von Frank, zwei Bäckergesellen und zwei Verkaufskräfte vervollständigen das Team.