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Auch in Seniorenheimen ohne Symptome nur noch fünf Tage Covid-Isolation

Pandemie : Fünf Tage Isolation: Diese Corona-Regeln gelten in Seniorenheimen

Die Corona-Isolation auf dem Zimmer im Seniorenheim ist für Angehörige und Bewohner gleichermaßen sehr belastend. Doch auch in den Einrichtungen wie im Kreis Trier-Saarburg wird sie nun in der Regel verkürzt. Allerdings: Ins Freie können Infizierte weiterhin nicht.

Auch wenn die Zahlen stark zurückgehen, kommt es immer noch zu Corona-Infektionen in Seniorenheimen im Kreis Trier-Saarburg. Dann greifen auch dort die Isolations- und Absonderungsregeln, was wiederum zu Kritik führt.

Der Mann einer Bewohnerin eines Seniorenheims im Kreis schrieb kürzlich, als sich seine Frau infiziert hatte, in einer Zuschrift an den TV: „Was ich so unsinnig finde, dass die infizierten Personen keinen Zentimeter mehr vor ihre Zimmertür dürfen, was zu viel Leid der Betroffenen führt und nicht mehr verhältnismäßig ist.“ Seine Frau und andere Heimbewohner litten darunter erheblich. „Tränen fließen, und ich frage mich, warum das so streng gehandhabt werden muss“, schreibt der Mann. Er verstehe nicht, „wieso ich nicht mit meiner infizierten Frau im Freien mit Maske um das Wohnheim spazieren gehen kann, obwohl hier nahezu keine Menschen unterwegs sind“. Eine Infektion im Freien sei praktisch nicht möglich. Zudem seien die Bewohner der Seniorenhäuser auch selten schwer erkrankt.

Gesundheitsamt bestätigt die Aussagen des Mannes

Diese Aussage bestätigt Thomas Müller, Pressesprecher des Trier-Saarburger Gesundheitsamt: „Soweit bekannt, sind in den Altenheimen bei den überwiegend geimpften Bewohnern keine schweren Covid-Verläufe durch Omikron aufgetreten.“ In Bezug auf die Vorschriften erklärt Müller aber, dass sie auf Landesverordnungen, dem Infektionsschutzgesetz und Empfehlungen des Robert Koch-Instituts unter anderem zur Prävention und zum Management von Covid-19 in Alten- und Pflegeheimen basieren. Auch das Hausrecht der Heimbetreiber spiele eine Rolle. Aus diesen Rechtsvorgaben und RKI-Empfehlungen für Ausbruchsgeschehen basiere auch die Regel, dass infizierte Bewohner nicht mit Maske auf dem Gelände der Heime spazieren dürften, erläutert Müller.

Auch für Heimbewohner gelten mildere Regeln

Grundsätzlich werden die Bewohner von Seniorenheimen aber inzwischen nicht mehr so hart getroffen wie noch vor wenigen Tagen. Seit dem 1. Mai müssen auch sie sich nicht mehr in jedem Fall zehn Tage in Isolation. Laut der neuen Absonderungsverordnung des Landes gilt: Wer positiv auf Corona getestet wurde, ist verpflichtet, sich unverzüglich für fünf Tage in Isolation zu begeben. Nach Ablauf der fünf Tage kann die Isolation beendet werden, ohne dass ein Freitesten notwendig ist. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass in den letzten 48 Stunden vor Beendigung der Isolation keine typischen Symptome einer Corona-Infektion mehr auftreten. „Halten Symptome wie Fieber oder Husten an, muss auch die Isolation fortgesetzt werden, bis zu maximal zehn Tagen“, heißt es beim Landesgesundheitsministerium. „Für Kontaktpersonen bestehen nur noch die allgemeinen Empfehlungen zur Einhaltung von Schutzmaßnahmen, wie Maske tragen, Abstand halten, Selbsttests oder Kontakt Reduzierung.“

Die Betreiber des Heims, in dem die Frau des TV-Lesers lebt, haben sich bisher nicht auf TV-Anfrage geäußert.