Auf Arnold Weber ist Verlass

LANGSUR. (ka) Arnold Weber, Langsurer Urgestein, ist einer, auf den Verlass ist, der zupacken kann und dem das Wohl seiner Mitbürger am Herzen liegt. Fast 30 Jahre lang war er Gemeindearbeiter der Großgemeinde Langsur. Noch kurz vor seinem Ruhestand hat er sich ein Denkmal gesetzt. Derweil denkt Arnold Weber nicht daran, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen.

"Das mit der Gemeindearbeit begann 1978. Die ersten Jahre waren schwer", erinnert sich Weber. In puncto Geräte sei die Gemeinde spartanisch bestückt gewesen. Fahrzeuge gab es nicht. Of genug habe er neidvoll zu den gut ausgerüsteten Kollegen auf der Luxemburger Seite hinübergeblickt. Damals noch Nebenerwerbswinzer, stellte er seinen Traktor für geringes Entgelt zur Verfügung. Nach etwa sechs Jahren schaffte Ortsbürgermeister Karl-Heinrich Orth einen gemeindeeigenen Traktor und einiges Gerät an. Gleichwohl war es immer noch viel Arbeit für einen einzelnen, bestand doch die Gemeinde Langsur aus vier Ortsteilen. 20 Jahre währte der Zustand, bis Arnold Weber 1999 durch die Einstellung von Otmar Thull Verstärkung erhielt. "Auch wenn es am geregelten täglichen Ärger nicht fehlte, langweilig war es nie. Irgendwie hat es immer Spaß gemacht", resümiert er und lobt die Zusammenarbeit mit Karl-Heinrich Orth und dem Gemeinderat. "Wenn es um Baumaßnahmen ging, musste ich als ,Techniker' stets dabei sein." Als gelernter Verputzer habe er sich immer gefreut, wenn es auch etwas zu verputzen gab. Die Krönung seiner Tätigkeit für die Gemeinde erlebte Arnold Weber etwa ein Jahr vor dem Ruhestand. Schon lange hatte er sich Sorgen um die Friedhofskapelle gemacht. Früher in Privatbesitz, befand sie sich mangels Pflege in bedauernswertem Zustand. "Das Kirchlein lag mir am Herzen. Ich sprach mit Ortsbürgermeister Orth", berichtet er. Der habe nach kurzer Zeit grünes Licht gegeben. 2004 war es so weit. Gemeinsam mit einigen freiwilligen Helfern leistete Weber ganze Arbeit. Vom Dach bis zur letzten Fliese war Totalrenovierung angesagt. Die Kapelle erstrahlte in neuem Glanz. Die Gemeinde feierte das Ereignis. Arnold Weber darf stolz darauf sein, sich ein veritables Denkmal gesetzt zu haben. Wird die Kapelle doch stets mit seinem Namen verbunden bleiben. Grund zum Rasten war das für ihn jedoch nicht. Das Angeln ist eine seiner großen Leidenschaften. Bereits vier Mal war er Meister im Fischer-Club. Doch auch beim Fischen fehlt es nicht am Engagement für die Gemeinde, genauer gesagt für die Kinder. Alljährlich bauen die Petri-Jünger ein Floß für den Nikolaus, mit dem der heilige Mann in Langsur anlegt, um die Kinder zu bescheren. Arnold Weber: "Eine schöne und beliebte Tradition. Jährlich kommen etwa 400 Kinder. Jedes bekommt vom Nikolaus eine Tüte." Momentan ist der Fischer-Club dabei, kräftig zu fischen, damit es beim Fischerfest am 16. und 17. Juli vor der Langsurer Kulturhalle genügend Fische für die Festgäste gibt. Webers Ehefrau Marie-Louise dagegen outet sich als Anti-Fischerin. "Sie wollte mal mitgehen, aber sie macht mich nervös", sagt der Ehemann. Auch die Söhne Marc und Ralph haben mit dem Fischen nichts im Sinn. Marc ist gut bei Stimme und singt in einem Männergesangverein. Des Vaters knapper Kommentar: "Dafür kann er nicht fischen."