Auf dem Weg zum Familienzentrum

Die vor zwei Jahren grundlegend sanierte und für Einjährige erweiterte Kindertagesstätte Beuren hat ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Dabei standen die Leistungen des Zweckverbands aus sechs Mitgliedsgemeinden und die der Erzieherinnen im Mittelpunkt.

Beuren. Etwa 80 Gäste haben den runden Geburtstag der Beurener Kindertagesstätte (Kita) St. Wendalinus gefeiert. Vor 40 Jahren gebaut, kann sie sich baulich wie inhaltlich sehen lassen. Die moderne Ausstattung geht auf das Konto des Trägers, des Zweckverbands aus sechs Ortsgemeinden (siehe Extra).
Vorsitzender Manfred Köhl, Ortsbürgermeister der Standortgemeinde, erinnerte daran, dass beständig investiert wurde. Ebenso lässt das pädagogische Konzept des Hauses, in dem auch französisch gesprochen wird, keine Wünsche offen. Laut Köhl ist das der guten Kooperation mit dem Betriebsträger, der gemeinnützigen Trierer Kita GmbH, zu danken - und dem engagierten Personal.
28 Mitarbeiter, darunter 23 Erzieherinnen, betreuen 110 Ein- bis Sechsjährige, 60 davon ganztags. Das verdeutliche den enormen Wandel der beständig erweiterten und immer differenzierteren Aufgaben, sagte Kita-Leiterin Marita Dietzen-Thimmel. Der Ausbau für Kleinkinder stelle eine riesige Herausforderung dar. Dabei sei der Mangel an Fachkräften mit fünfjähriger Ausbildungszeit längst spürbar. Dechant Clemens Grünebach pflichtete bei. Familie verändere sich rasant und Erzieherinnen seien immer vorn mit dabei: "Es hat sich ein völlig neues Berufsbild entwickelt." Viele engagierten sich über das Maß der Belastbarkeit hinaus, was in den Gehältern aber nicht berücksichtigt sei.
Umso mehr weiß der Elternausschuss die laut der Vorsitzenden Judith Köhl tolle Atmosphäre in den Gruppenräumen zu schätzen: "Wir fühlen unsere Kinder hier gut aufgehoben." Sie könnten unbeschwert und fröhlich Kind sein. Sandra Steffens vom Betriebsträger Kita GmbH, ist daher zuversichtlich, das Haus weiterentwickeln zu können. In Kooperation mit Mehrgenerationenhaus und Pfarreiengemeinschaft seien Familienzentren in Beuren und den Hermeskeiler Kitas Rosa Flesch und Adolf Kolping geplant. Ideen, wie das im Detail aussehen könnte, seien willkommen, bat die Gesamtleiterin für Hermeskeil/Waldrach um Anregungen.
Abgesehen davon beschäftige laut Steffens das Thema Inklusion, die gemeinsame Betreuung aller Kinder. All das könnte gelingen. Schließlich sei auch bisher alles mit Bravour gestemmt worden: Steffens bedankte sich dabei auch bei den "engagierten Männern" des Zweckverbands, die sich so vorbildlich für ihren Kindergarten einsetzen würden.
Für den Förderverein der Kita und der Grundschule Beuren gilt das gleichermaßen, wie das von Andreas Bach überreichte Geschenk bewies: ein Krippenwagen mit Plätzen und Gurten für sechs Kleinkinder. Zum Familienzentrum signalisierte Landrat Günther Schartz Unterstützung. Der ergänzend zum Mehrgenerationenhaus gedachte Vorschlag decke sich mit der Linie der Kreisverwaltung, die ebenfalls bereits ein Konzept entwickelt habe. Die Gäste wurden bewirtet von Jugendclub, Sportverein und Geselligkeitsverein, der überraschend 1000 Euro spendete.Extra

Die Kindertagesstätte wurde auf dem Grundstück der ehemaligen Volksschule für Erst- bis Achtklässler erbaut. Träger ist ein 1973 gegründeter Zweckverband der Mitgliedsgemeinden Beur en, Bescheid, Geisfeld, Hinzert-Pölert, Naurath und Rascheid mit rund 3000 Bürgern. Die sechs Orte tragen die Baukosten entsprechend ihrer Einwohner- und Kinderzahl. Personal-, Sach- und laufende Betriebskosten bezahlt ein kirchlicher Träger: bis 2008 die Kirchengemeinde, seither die gemeinnützige Trierer Kita GmbH. Der für umgerechnet 300 000 Euro errichtete Neubau wurde 1988 um einen vierten und 1993 für 250 000 Euro um einen fünften Gruppenraum erweitert. 2011 investierte der Zweckverband rund 900 000 Euro, um das Haus zu sanieren und - als eines der ersten im Kreis - fit zu machen für Einjährige. Seither gibt es einen sechsten Gruppenraum in dem für 135 Kinder ausgelegten Kindergarten. urs