Auf dem Weg zum Lebensretter

Mehr als 100 Hermeskeiler Schüler lassen sich typisieren. Die Eltern spielen dabei eine wichtige Rolle.

Hermeskeil (red) Beim Gymnasium Hermeskeil sind die Typisierungsaktionen mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands erster Stammzellspenderdatei, alle zwei Jahre fester Bestandteil der Terminplanung. Zum fünften Mal waren Mitarbeiter der Stiftung vor Ort, um die Schüler der Oberstufe über die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke zu informieren.
Wer wollte, konnte sich in der Datei als möglicher Stammzellspender registrieren. Mehr als 100 Schüler des Gymnasiums machten den ersten Schritt auf dem Weg zum Lebensretter.
Verbindungslehrer Thorsten Molter, der die Aktion gemeinsam mit Schulleitung und Schülervertretung auf die Beine gestellt hat, ist bereits seit fünf Jahren bei der Stefan-Morsch-Stiftung typisiert. Er sagt: "Eine Aufgabe des Gymnasiums ist es, soziale Kompetenzen zu vermitteln. Die Schüler sollen nicht nur für sich selbst Verantwortung übernehmen, sondern auch für andere. Wir möchten die Schüler für das Thema Stammzellspende sensibilisieren."
Blutkrebs kann jeden treffen: 11 000 Mal pro Jahr wird in Deutschland die bösartige Blutkrankheit diagnostiziert. Etwa die Hälfte der Patienten sind Kinder und Jugendliche. Können Chemo und/oder Bestrahlung nicht helfen, kann die Transplantation gesunder Stammzellen von einem genetisch passenden Spender die letzte Möglichkeit sein. Diese Chance auf Leben ist aber nur möglich, wenn sich Menschen zur Spende bereit erklären.
Schülersprecher Maximilian Maßem findet es "super", dass seine Schule mit der Stefan-Morsch-Stiftung zusammenarbeitet: "So kann man sich frühzeitig informieren und typisieren lassen und hat die Chance, ganz lange als Spender zur Verfügung zu stehen." Auch der 18-Jährige ließ sich registrieren: "Wenn es darum geht, einem Menschen zu helfen, kann man nicht nein sagen."
Da die meisten Schüler minderjährig sind, benötigen sie das schriftliche Einverständnis ihrer Eltern zur Typisierung. So wie Maximilian Maßems Stellvertreterin, die 16-jährige Marie Neumann. Wer dann später tatsächlich spenden will, muss 18 Jahre alt sein. Die genetischen Gewebemerkmale werden mit der Volljährigkeit in der Datei freigegeben, um sie weltweit mit denen von Leukämiepatienten zu vergleichen. Darauf freut sich Marie: "Ich finde es schön, Menschen zu helfen, die sich nicht selbst helfen können."
Kontakt für interessierte Schulen: Stefan-Morsch-Stiftung, Elisabeth Pfaff, Dambacher Weg 5, 55765 Birkenfeld, Telefon: 06781/993391, E-Mail:
typisierung@stefan-morsch-stiftung.de
<%LINK auto="true" href="http://www.stefan-morsch-stiftung.de" text="www.stefan-morsch-stiftung.de" class="more"%>