Auf dem Weg zur Öffnung

Etwa 150 Besucher warfen am bundesweiten Tag der offenen Moscheen einen Blick in die Konzer Moschee, ließen sich mit türkischen Spezialitäten verwöhnen oder lauschten Vorträgen. Dabei zeigte sich, dass die Türkisch-Islamische Union in Konz auf ihrem Weg zur Öffnung ein gutes Stück vorankommen will.

Konz. (gsb) Gleich am Eingang ein einfacher Versammlungsraum, in dem Koranunterricht gegeben wird. Daneben - die Schuhe bleiben draußen - der Gebetsraum: die Vortragskanzel, die an den großen Feiertagen benutzt wird, die Gebetsnische, vor der sich die Gläubigen hinter dem Imam in Richtung Mekka verbeugen, die Predigtkanzel. Mit im Haus wohnt der Imam, Osman Colak, ein freundlicher zurückhaltender Herr, der in diesem Moment dafür sorgt, dass Besucher bereitgestelltes Informationsmaterial mitnehmen. Seit 1991 gibt es die Türkisch-Islamische Union in Konz und die Moschee in der Dammstraße 2. "Es ist eine belebte Gemeinde, die von Tag zu Tag größer wird", sagt der Sekretär der Türkisch-Islamischen Union, Tevhit Yilmaz. 85 Mitglieder hat sie derzeit - Tendenz aufgrund größer werdender Familien und einiger Konvertierten pro Jahr steigend. Auf dem Weg zu ihrer gesellschaftlichen Öffnung habe sie in diesem Jahr rasante Fortschritte gemacht, sagt Thomas Zuche vom Caritasverband Trier und wird von Yilmaz bestätigt: "Wir wünschen uns auch für die Zukunft den Dialog und wollen uns in jedem Fall mehr öffnen." Dazu gehörte auch die Beteiligung am bundesweiten Tag der offenen Moscheen am Samstag. Ihre Besichtigung offenbarte einen Blick in eine religiöse Welt, "die was ganz Neues für mich ist", meint ein Besucher beeindruckt. Ein Stockwerk höher der Gebets- und ein Versammlungsraum für Frauen. Auch hier hängen Gebetsketten an einem Ständer: Ihre 33 Kügelchen dreimal durch die Finger gleiten zu lassen, entspricht der Lobpreisung von den 99 schönsten Namen Allahs wie "Der Allerbarmer" oder "Der Allweise". Wer sie kennt und danach lebt, verdient das Paradies, sagt Yilmaz. "Man konnte viel Neues erfahren", loben die Gäste unisono im Gästebuch den Tag der offenen Tür. Er soll keine Ausnahme gewesen sein: "Wir freuen uns über jeden, der kommt. Unsere Tür steht immer offen für Gespräche", betont Yilmaz. Extra Interkulturelle Woche: Zum ersten Mal hatte es eine Interkulturelle Woche in Konz gegeben: mit zufriedenstellenden Besucherzahlen, Annäherung und Informationsaustausch. Der Tag der offenen Tür in der Konzer Moschee mit Besuch von Landrat und Bürgermeister bildete den Abschluss der Veranstaltungsreihe, die von den Organisatoren als durchweg positiv bewertet wird. Dass die christlich-islamische Begegnung mit einem gemeinsamen Gebet in der evangelischen Kirche ausklang, war eines der Mut machenden Zeichen. Fazit: "Es war nicht die letzte Interkulturelle Woche!" (gsb)