Auf den (Mosel-)Wasser-Geschmack gekommen

Auf den (Mosel-)Wasser-Geschmack gekommen

RIOL. Über's Wasser laufen? Da bedarf es entweder göttlicher Verwandtschaft oder eines guten Tricks. Für die Mosel reicht "Trick 17" - der Fachhandel am Nikolaus-Koch-Platz. Für zehn junge Teilnehmer am TV -Ferienspaß hatte "Trick 17" Wakeboard und Wasserski zum Wellenreiten gesattelt.

Die auf der "Ponderosa" am Moselufer praktizierten Reitdisziplinen wären einem sattelfesten Cowboy sicherlich spanisch vorgekommen. Manchen Eltern geht es ähnlich: "Wie heißt das? Waterboard?" fragt eine interessierte Mutter und zeigt auf das blaugestreifte, 1,35 lange Brett mit den darauf montierten "Skistiefeln" in wassertauglicher Version. "Knie bis an die Brust ziehen, Arme lang lassen und erst aufrichten, wenn ich es dir sage" erklärt Sebastian Ascherl, während er das Motorboot über die Mosel chauffiert. Marius nickt. Die Theorie klingt machbar. Die Praxis ist härter als erwartet - von Funsportart kann (noch!) keine Rede sein. Mit Schwimmweste und Board klammert sich der Zwölfjährige an die lange weiße Barfuß-Wasserski-Stange auf der Steuerbordseite. Die Augen sind hoch konzentriert geradeaus gerichtet. Der Schiffsmotor blubbert lauter. Ein kurzes Flackern unterbricht den starren Blick. Der Adrenalinspiegel steigt. Als "Sepp" einen Bruchteil der 350 Pferdestärken freilässt, scheint das Board regelrecht mit Marius durchzugehen. Immer wieder wird er unfreiwillig zum Wellenbrecher. Aber er gibt nicht auf. Und plötzlich wird sein Durchhaltevermögen belohnt. Das Aufrichten glückt. Als der Übergang von der Start- zur Gleitphase geschafft ist, sieht es genauso "easy" aus, wie es die Trick 17er propagieren. Die frühen Erfolgserlebnisse beim ersten "Run" - so nennt sich eine Runde im Surfer-Slang - verleihen dem Sport ein gewisses Suchtpotential. "Das erste Mal auf dem Board und ich hab sofort Blut geleckt" sagt Sebastian. Seitdem ist die "Ponderosa" sein zweites Zuhause. Das war vor vier Jahren. Mittlerweile vollführt er halsbrecherische Aktionen mit seinen Board. Fegt er übers Wasser, staunt das Publikum auf der Uferpromenade. Bis die Ferienspaß-Teilnehmer so weit sind, werden wohl noch einige Jahre vergehen. Kaum der Mosel entstiegen erklingt die Frage des Juniors: "Mama, wann fahren wir denn noch mal hierher?" Sie lässt erahnen, dass hier so mancher auf den (Moselwasser-)Geschmack gekommen ist. Aus pädagogisch-taktischen Gründen bleibt die sofortige Antwort der Frau Mama aus. Dafür glänzt sie mit frischem Fachwissen: "Es heißt nicht Water- sondern Wakeboard, weil man damit die Heckwelle des Bootes (Wake) immer wieder kreuzt." So könne man Sprünge fabrizieren, die ebenso abenteuerlich aussehen wie sie klingen: Backflip, Frontflip, 180er, 360er, Graper."