Auf der Suche nach den Details

In Büchern, Archiven und im Internet geht Ferdinand Hein auf die Suche nach Wissenswertem über Wasserliesch. Seit einigen Jahren befasst sich der pensionierte Bahnbeamte mit der Geschichte seines Heimatortes und ist dabei auf interessante Details gestoßen.

Ferdinand Hein nutzt das Internet für seine Nachforschungen über Wasserliesch. TV-Foto: Karl-Peter Jochem

Wasserliesch. (kpj) Wenn Ferdinand Hein am Computer sitzt, durchstöbert er gerne das Internet nach aufschlussreichen Details über seinen Geburtsort. Seit einigen Jahren beschäftigt sich der 70-Jährige intensiv mit der Historie des Dorfes an der Obermosel. Sei es die Schlacht an der Konzer Brücke, das Wappen seines Geburtsortes, die Löschemer Kapelle oder das Kriegerdenkmal. Ferdinand Hein interessiert sich für die Details und hat diese in einigen Aufsätzen bereits beleuchtet. "Vor einiger Zeit bin ich im Internet-Lexikon ,Wikipedia' auf einen Eintrag zum Thema Eisenbahn gestoßen, der voller fachlicher Fehler war", sagt der pensionierte Bahnbeamte, der in seiner aktiven Dienstzeit Fachlehrer und Fachbuchautor für den Bahnbetrieb war. Mittlerweile hat Hein Beiträge über elektrische Stellwerke, Rangierbahnhof, Triebwagen und zahlreiche andere bahnspezifische Themen geschrieben. Beim Surfen im Internet stieß der gebürtige Wasserliescher auch auf Einträge über seinen Geburtsort. Neben dem Internet nutzt Ferdinand Hein auch die Wasserliescher Chronik und andere Unterlagen für seine Nachforschungen. Dabei geht es Ferdinand Hein um die Details. So stieß er in einem Jahresbericht der Gesellschaft für nützliche Forschungen zu Trier darauf, dass die Löschemer Kapelle, die heutzutage als Marienwallfahrtsort bekannt ist, 1709 dem heiligen Bernhard geweiht wurde. Untersucht hat Ferdinand Hein auch eine Besonderheit, die das Wasserliescher Wappen betrifft. Auf dem Wahrzeichen ist der stilisierte Flusslauf der Mosel und eine Riedgraspflanze zu sehen, die mitunter als eine Wasserpflanze mit Namen "Wasserliesch" angesehen wird. "Dabei handelt es sich aber um den breitblättrigen Rohrkolben, der besonders in sumpfigen Gebieten anzutreffen ist", sagt Hein, "die anders aussehende Pflanze mit dem Namen Wasserliesch ist die als Blumenbinse bekannte Schwanenblume." Interessant auch seine Gedanken zum Granadenkmal, das seiner Meinung nach nicht vorrangig an den aus Genua stammenden Generalmajor Otto Heinrich Marchese de Savone Caretto de Grana erinnert. "Das Denkmal wurde mehr als 200 Jahre nach der Schlacht an der Konzer Brücke errichtet und zeigt keine Abbildung des Generals, sondern den Reichsadler. Offensichtlich hatten sich die Erbauer rund 20 Jahre nach der Gründung des zweiten Deutschen Reiches im Jahre 1871 mehr vom Nationalbewusstsein als von dem schon sehr lange zurückliegenden Kriegsgeschehen inspirieren lassen", folgert er. Die Ergebnisse seiner Nachforschungen hat der Heimatforscher in einigen Aufsätzen niedergeschrieben, die auch im Trierischen Volksfreund zu lesen waren. Eine umfangreiche Zusammenfassung findet sich natürlich auch im Internet-Lexikon "Wikipedia".