Aufbruchstimmung

TRIER. Entspannung im Streit um den Personalabbau beim Dienstleistungszentrum ländlicher Raum in Trier: Bei der Krisensitzung diese Woche haben sich beide Seiten auf gemeinsame Bemühungen um einen Stopp des Abzugs geeinigt. Derweil hat sich Weinbauminister Hendrik Hering besänftigend in die Debatte eingeschaltet.

"Es war eine gute Sitzung." Walter Clüsserath, Chef des Bauern- und Winzerverbands im Kreis Trier-Saarburg, ist nach dem von ihm einberufenen Krisentreffen zu den Agrarverwaltungsstrukturen (der TV berichtete) optimistisch, dass das befürchtete Ausbluten der Trierer Zweigstelle des Dienstleistungszentrums ländlicher Raum Mosel (DLR) gestoppt werden kann. Vertreter aller mit Landwirtschaft und Weinbau befassten Organisationen im Kreis hatten sich mit DLR-Verantwortlichen getroffen, um über den Personalabzug bei der Trierer Dienststelle zum Hauptsitz nach Bernkastel-Kues zu sprechen. "Wir haben einen Einstieg gefunden", berichtet Clüsserath. Konkret sei über die Einrichtung einer Wirtschafterklasse für Landwirte aus der Region Trier und Luxemburg gesprochen worden. Derzeit müssen Jungbauern für diese Schule, die zwischen Berufsschule und Meisterschule absolviert wird, nach Bad Kreuznach fahren. So könne man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, meint der Bauernchef. Minister Hering: "Kein Abbau geplant"

Man habe eine Einrichtung vor Ort und müsse auch Fachleute dort halten, die unterrichteten. "Gelingt das, haben wir unser Ziel erreicht." Reinhold Lichtenthal, stellvertretender Leiter des Trierer DLR-Sitzes, berichtet, am Ende der Versammlung sei die anfangs bedrückte Atmosphäre einer Aufbruchstimmung gewichen. "Wir ziehen mit den Bauern an einem Strang", sagte Lichtenthal, der betonte, dass das DLR nicht nur für Landwirte und Winzer, sondern beispielsweise auch für Kommunen eine wichtige Anlaufstelle sei. Beide Seiten wollten sich um einen Stopp des Personalabzugs bemühen und dieses Anliegen der Politik vortragen. "Wir hoffen auf eine Aussage, dass der Standort Trier nicht aufgegeben werden soll", sagte Lichtenthal. Die kam prompt: Der neue Mainzer Wirtschaftsminister Hendrik Hering meldete sich am Mittwoch in der Debatte zu Wort und erklärte: "Selbst für die Zeit nach 2015, dem Endpunkt der Agrarverwaltungsreform, ist kein Abbau der Dienstleistungen an der Obermosel geplant." Sowohl Bodenordnung als auch Weinbauberatung würden "noch viele Jahre" von der DLR-Außenstelle versorgt. Das gelte auch für Rebschutzversuche und Bodenordnungsverfahren. Auch die Berufsschüler im Gartenbau seien von den Umzugsplänen nicht betroffen.

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