Aus der Bütt in die Bütt

GREIMERATH. In seiner ehemaligen Heimat Serrig war Richard Wagner schon mit dem Karnevalsverein verwachsen. Als er seine Greimerather Ehefrau Cornelia kennen lernte, war der nahtlose Übergang zum Greimerather Karneval programmiert.

"Kontakte des Karnevalsvereins Greimerath zu Serrig haben schon immer bestanden. Sie kamen durch den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Serrig zustande, der die Kontakte zum hiesigen Verein pflegte", erinnert sich der Vollblut-Karnevalist Wagner. Die beiden Vereine besuchten sich, denn Ende der 60er-Jahre gab es in Serrig noch keinen Karnevalsverein. Deshalb nahmen "die Greimerather mit ihren geschmückten Wagen als Gegenleistung für die Musik an dortigen Umzügen teil", erzählt Wagner. Als er wegen seiner Frau nach Greimerath ging, hat er sich dort "sofort in den Karneval integriert", sagt Wagner. Richtig aktiv sei er er erst 1987 geworden: Büttenreden und Aushilfe beim Auf- und Abbauen und viele weitere Pflichtarbeiten seien auf ihn zugekommen. "Irgendwann meinten die Greimerather Karnevalisten, ich könne noch etwas mehr machen", erzählt Wagner schmunzelnd. "Sie wählen mich zum Schatzmeister." Das Amt bekleidete er sechs Jahre, wurde dann Zweiter Vorsitzender und war in dieser Funktion bis 1998 tätig. "In diesem Jahr gab der bisherige Vorsitzende Martin Witt sein Amt auf, und plötzlich war ich der Kandidat für diesen Posten", sagt Wagner. "Witt war 30 Jahre lang Vorsitzender und 25 Jahre Sitzungspräsident und hat dieses Amt bis zu seinem Tod mit Leib und Seele ausgeübt. Für mich war das eine große Herausforderung", blickt er zurück. "Ich habe mit der gesamten Truppe immer gut und kameradschaftlich zusammen gearbeitet", lobt er seine Vereinskameraden. "Wichtig für mich und den Vorstand war immer die Jugendarbeit, der ich mich bereits als Schatzmeister und Zweiter Vorsitzender angenommen hatte." Diese Arbeit hat er als Vorsitzender verstärkt. Als Krönung seines Tuns kann man den Jugend-Elferrat bezeichnen. "Die Jugendkappensitzungen schlugen sofort positiv ein, und unsere Ausgaben wurden gedeckt." Wie gut die Jugendarbeit im Greimerather Karneval funktioniert, beweisen die Zahlen: "Über 80 Jungkarnevalisten unter 18 Jahren bei insgesamt 220 Mitgliedern sprechen eine eigene Sprache", berichtet Wagner. Sei es in den Garden, im Elferrat oder als Büttenredner. Nach den Sommerferien gehen die Vorbereitungen wieder los: Die Garden trainieren, die Wagenbauten werden geplant, und die Proben für die Kappensitzungen beginnen im Dezember. Für sein "jeckes" Engagement wurde Wagner bereits vom Landesverband Rhein Mosel Lahn mit dem Verdienstorden und vom Bund Deutscher Karneval mit dem Verdienstorden in Silber ausgezeichnet. "Nur, wenn die Familie dahinter steht, kann man sich einer Sache entsprechend widmen", erzählt Wagner. Ehefrau Cornelia ist ebenfalls karnevalistisch tätig und Mitglied bei der "Närrischen Elf", einer Frauengruppe.