Aus Freude am Wein

PERL-NENNIG. (red) Als Obermosel, südliche Wein-Mosel oder "Mosella Vini Meridiana" bezeichnet man den Abschnitt des Flusses, der zwischen Metz im Süden und Trier im Norden liegt. Dort ist der Muschelkalk das vorherrschende Gestein.

Dieser entstand aus den Ablagerungen eines urzeitlichen Meeres. Die südliche Wein-Mosel ist der geologische Beginn des Pariser Beckens, das sich über die Champagne bis Paris und zur Loire fortsetzt. Dieser Boden begünstigt nicht den Riesling, sondern die traditionellen Burgundersorten sowie die alte Rebsorte Elbling. Zahlreiche mediterrane Pflanzen und Kleintierarten zeugen von dem hier herrschenden, milden Klima. Dieses Klima ist es, das die Weine der Region, die auf rund 2000 Hektar angebaut werden, zu hervorragenden Qualitäten führt. Im Herzen dieser Region liegt das Weinbaugebiet des Saarlands, die Gemeinde Perl mit ihren Weinbauorten Perl, Oberperl, Sehndorf und Nennig. Doch so günstig die Voraussetzungen für den Weinbau in dieser Region auch sind, es steht nicht zum Besten um ihn. Die Weinberge schwinden. Im Anbaubaugebiet Mosel-Saar-Ruwer wurden in den vergangenen zehn Jahren rund 2500 Hektar Weinberge gerodet. Auch im Saarland sinkt die mit Reben bepflanzte Fläche kontinuierlich. Von den ehemals vorhanden 130 Hektar Weinbergen verblieben noch rund 100. Damit verbunden ist eine sinkende Zahl der Winzerbetriebe. So finden sich überall, auch in den besten Weinbergslagen, Lücken, die brach liegen oder verwildern. Die Winzergilde Nennig will in dieses Weinbergssterben eingreifen. So bewirtschaftet sie rund ein halbes Hektar Weinberge, die verwildert waren. Die ersten Weinberge wurden im Frühjahr 2003 mit den Sorten Elbling, Auxerrois, St. Laurent und Blauer Frühburgunder angepflanzt. Nach mehr als zwei Jahren Arbeit wird die Winzergilde in diesem Jahr zum ersten Mal Trauben ernten. Die Lese ist am 1. und am 3. Oktober jeweils ab 8 Uhr in den Nenniger Weinbergslagen. Dazu sind alle Interessierten eingeladen.

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