Aus weniger mehr machen

Aus dem Bericht von Martin Möller zum Jugendtreff Roscheid folgere ich, dass ein teures Jugendhaus, zumal an der falschen Stelle, nicht alle Probleme von und mit Jugendlichen löst. Ähnlich wird es sich mit einer teuren mobilen Kletterwand verhalten, die der Kreis für 130 000 Euro anschaffen will.

Sie mag pädagogisch und therapeutisch sinnvoll sein, doch in Zeiten leerer Kassen ist auch das Anzapfen von Fördertöpfen, die wir ohnehin mit unseren Steuergeldern füllen müssen, eher fragwürdig. Müssen wir denn unsere Kinder und Jugendlichen rund um die Uhr mit teuren Geräten bespielen? Zum horrenden Anschaffungspreis kommen gewiss noch unabsehbare Folgekosten. Zum Beispiel konnte das Web-Mobil (mobiles Computer-Demonstrations-Objekt) lange Zeit wegen Geldmangels nicht repariert werden. Auch aus weniger etwas mehr zu machen, fördert eher die Kreativität und das Selbstbewusstsein unserer Jugend als überzogene Unterhaltungs-Mechanismen. Mehr Personal und insbesondere Ehrenamt ja, aber nicht immer mehr modernistische Geräte. Die konsequente Alternative zum Ausbau der Jugendhäuser ist allerdings die Ganztags-Betreuung in Kindergarten und Schule. Gisela Hertel, Konz