Ausflug in die Welt des Films

Nicht nur mit Leistung, sondern auch mit unverkennbarem Spaß an der eigenen Musik haben die knapp 60 Musiker der Stadtkapelle Hermeskeil ihr Publikum in eine faszinierende Film- und Kinowelt entführt.

Hermeskeil. (urs) Klappernde Kastagnetten begleiten den kämpfenden Zorro und das Wiehern eines Pferd stimmt ein auf "Spiel mir das Lied vom Tod". Ein solches Stelldichein lassen sich weder Karibik-Piraten entgehen, noch die "Glorreichen Sieben", die an ihren Hüten identifizierbar die Bühne der Hochwaldhalle erobern.

Doch beim Frühjahrskonzert der Stadtkapelle Hermeskeil ist nicht etwa nur gekämpft und gestorben worden. Die rund 60 Musiker haben auch verzaubert mit ihrem Filmmusik-Repertoire, das sowohl einem Harry Potter alle Ehre erwiesen hat als auch einer Sängerin wie Whitney Houston. Deren "I will always love you" interpretierte die 15-jährige Sängerin Judith Piroth, derart einfühlsam, dass das Publikum in wahre Begeisterungstürme ausbrach. Damit bewies die Trompeterin ihr offensichtlich von ihrem Vater Gerhard Piroth, dem Leiter des Orchesters, in die Wiege gelegtes musikalisches Talent. Allerdings setzt sie dieses mittlerweile nicht nur für die Stadtkapelle ein, sondern auch für die Big Band des Kreises Trier-Saarburg sowie für eine Coverband.

Etwa 450 Besucher waren der Einladung zu dem etwas anderen Konzert gefolgt. Während die Stadtkapelle bei ihren Jahreskonzerten meist auf ein breit gefächertes Repertoire setzt, hatte sie sich dieses Mal der Filmmusik verschworen. Den "musikalischen Abend mit Kinoatmosphäre" hat ein darauf abgestimmtes Imbiss- und Getränkeangebot abgerundet, das ein engagiertes Nicht-Aktiven-Team servierte.

Für Pressewartin Sophie Schäfer war der Besucherandrang selbst für den Verein überraschend. Der Vorverkauf sei eigentlich gar nicht so gut gelaufen, freute sie sich vor allem über die vielen jüngeren Besucher im Alter von um die 18 Jahren. Da Filmmusik aber bei Menschen jeden Alters gut ankomme, sei auch "das klassische" Stadtkapellen-Publikum sehr gut vertreten gewesen. Die Vorbereitungen für das Konzert, moderiert von Nadine Thielen, waren laut Stefan Eiden, dem Vorsitzenden des Vereins für die Aktiven nicht nur Fleißarbeit. Die gemeinsamen Proben hätten allen riesigen Spaß gemacht.

Das mit zwei Zugaben verwöhnte Publikum ist mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. "Die Sängerin hat mich emotional so berührt - ich habe geheult", gestand Anne Thömmes aus Gusenburg ein. Allerdings sei das Konzert insgesamt sehr gut und einfach nur phantastisch gewesen, lobte die Sitzeratherin Martha Schmitt die Leistung der Musiker. Daher versäume sie ungeachtet ihrer 82 Jahre auch nie ein Konzert der Stadtkapelle.