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Ausflugsschiffe auf Saar und Mosel dürfen ab Mittwoch, 13. Mai, wieder fahren

Ausflugsschiffe : Endlich wieder über die Mosel schippern

Leinen los heißt es am Mittwoch für die Ausflugsschiffe in Trier, am Donnerstag in Saarburg und am Samstag in Bernkastel-Kues.Darauf haben die Passagiere lange warten müssen.

Friedhelm Weishaar, Geschäftsführer der Saar Personenschifffahrt (SPS) in Saarburg, ist erleichtert. Kaum hatte er am vergangenen Freitag die neuen Fahrpläne veröffentlicht, gingen auch schon erste Buchungen ein. „Das gibt Mut!“ sagt er. „Nun wissen wir, dass auf jeden Fall auch jemand kommt.“

Ab Donnerstag werden die beiden Ausflugsschiffe seines Unternehmens, Saarstern und Saargold, wieder ihre Runden auf der Saar drehen. Allerdings beginnen Weishaar und sein Team zunächst allein mit den Rundfahren ab Saarburg. Die Rundfahrten ab Mettlach sollen am Dienstag, 19. Mai, losgehen. Erst an Christi Himmelfahrt, 21. Mai, starten dann auch die Tagesfahrten.

Ähnlich gehen die Gebrüder Kolb auf der Mosel vor. Auch sie beginnen zunächst mit den Rundfahrten und zwar ab Mittwoch in Trier und ab Samstag in Bernkastel-Kues und Cochem. Ludwig Vögele, Betriebsleiter der Personenschifffahrt Gebrüder Kolb in Trier, sagt: „Wir sammeln zunächst Erfahrungen mit den Rundfahrten. Dann werden wir auch die Halbtages- und Tagesfahrten wieder aufnehmen. Ein Datum dafür steht noch nicht fest.“

Ob auf Saar oder Mosel – die Regeln für die Schifffahrt sind dieselben. Und sie sind ganz ähnlich wie in Restaurants. So sollen die Menschen überall mindestens 1,5 Meter Abstand einhalten. Die Passagiere sollen ihre Kontaktdaten angeben, damit bei Bedarf Infektionswege nachverfolgt werden können. Weishaar bittet darum, wenn möglich Visitenkarten mitzubringen. Bei den Gebrüdern Kolb wird empfohlen, auf der Internetseite (siehe unten) ein Formular runterzuladen und ausgefüllt mitzubringen. Zum Händedesinfizieren steht am Eingang ein Spender bereit. Vom Einstieg bis zum Erreichen des Sitzplatzes ist ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht. Weishaar stellt fest: „Es ist existenziell wichtig, dass der Betrieb wieder anläuft. Deshalb liegt es in unserem eigenen Interesse, dass alles so sicher wie möglich ist. Einen neuerlichen Stopp können und wollen wir uns nicht leisten.“

Bei beiden Schifffahrtsunternehmen führen die Abstandsregeln dazu, dass sie ihre Kapazität pro Schiff halbieren müssen, denn nur jeder zweite Tisch wird besetzt. Auf den beiden Saarschiffen ist dann nur Platz für 120 (statt 250) Menschen. Bei den Gebrüdern Kolb wird sogar teilweise noch mehr reduziert. Ludwig Vögele sagt: „Auf dem großen Schiff halbieren wir die Plätze auf 400. Auf den normalen Schiffen nehmen wir statt der möglichen 150 nur 100 Passagiere mit.“ Von den 25 Schiffen auf der Mosel wird das Unternehmen zunächst nur fünf in Betrieb nehmen.

Auf den Ausflugsschiffen gibt es auch immer etwas zu essen und zu trinken. Auf der Moselflotte wird das Essen nur noch eingeschränkt angeboten. Laut Vögele werden dort nun kleine Gerichte wie Flammkuchen und Waffeln statt  mehrgängiger Menüs angeboten. Auf der Saarflotte bleibt es beim üblichen Imbiss, also Würstchen, Frikadellen sowie Eis und Chips.

Ob sich das insgesamt stark reduzierte Angebot der Schiffsreeder noch rechnet? Noch fehlen ja auch  wichtige Gäste wie Touristen und Tagesausflügler, die per Bus kommen. Friedhelm Weishaar sagt schlicht: „Ich weiß es nicht.“ Zu zahlen hat er einiges. Die Besatzung auf jedem Saarschiff besteht aus zwei Schiffsleuten (Kapitän und Matrosen-Motorenwart) sowie zwei Servicekräften. Insgesamt beschäftigt er neun Menschen. Normalerweise beginnt die Saison der Saarflotte am 1. März. Den Verlust durch die zweimonatige Zwangspause beziffert der Geschäftsführer auf 100 000 Euro. Das Unternehmen befördert normalerweise 30 000 bis 50 000 Gäste pro Jahr.

Bei den Gebrüdern Kolb sind die Dimensionen größer. Von April bis Ende Oktober befördert die Reederei mit Sitz in Briedern (Landkreis Cochem-Zell) im Schnitt allein 30 000 Menschen pro Schiff, insgesamt über eine halbe Million. 150 Mitarbeiter sind bei den Gebrüdern Kolb beschäftigt. Zunächst werden 30 im Einsatz sein. Kurzarbeit hatten beide Reedereien für ihre Mitarbeiter angemeldet. Das hilft bei den Löhnen, die Einnahmen für die Zeit der Corona-Pause fehlen trotzdem.

Die beiden Schiffe der Saar Personenschifffahrt in Saarburg werden nach der Corona-Pause fit zum Fahren gemacht. Friedhelm Weishaar markiert die Tische die frei bleiben sollen mit rot-weißem Klebeband. Foto: TV/Marion Maier

Mehr Informationen zu den Schifffahrten unter www.saarflotte.de sowie www.moselrundfahrten.de.