Ausgrabungen bei Hermeskeil gehen weiter: Erforschung des Römerlagers vorerst gesichert

Hermeskeil/Rinzenberg · Archäologin Sabine Hornung darf auf dem Römerlager bei Hermeskeil weitergraben. 11 000 Euro Spenden hat der Freundeskreis Nationalpark Hunsrück-Hochwald dafür gesammelt. Mit dieser Fundraising-Aktion stießen sie in der Region auf beachtliche Resonanz.

Sie darf weitergraben: Archäologin Sabine Hornung erforscht die Überreste einer Garnison aus dem Jahr 51 vor Christus bei Hermeskeil. Die Grabungen mussten eingestellt werden, da kein Geld zur Verfügung stand.TV-Foto: Archiv/Axel Munsteiner

Foto: (h_hochw )

Hermeskeil/Rinzenberg. Der Künstler Philippe Devaud hat in seinem Atelier in Rinzenberg mit einem Spendenscheck über 500 Euro den vorläufigen Schlusspunkt für die Sammlung des Freundeskreises Nationalpark Hunsrück-Hochwald zugunsten des Römerlagers bei Hermeskeil gesetzt. Damit stehen jetzt insgesamt rund 11 000 Euro für die Fortführung der Ausgrabungen auf jenem Feld, unter dem die Überreste der Garnison aus dem Jahr 51 vor Christus liegen, zur Verfügung. Weil für die weitere Erforschung dieses wertvollen Stücks Weltgeschichte unter der Leitung der Archäologin Dr. Sabine Hornung kein Geld da war, sprangen die Nationalpark-Freunde mit ihrer Fundraising-Aktion in die Bresche - und stießen damit in der Region über Kreisgrenzen hinweg auf eine beachtliche Resonanz.
Solche Projekte sollen dazu beitragen, das für viele bisher noch sehr abstrakte Nationalparkkonstrukt begreif- und erlebbar zu machen, verdeutlicht Ulla Kolling, die stellvertretende Vorsitzende des mehr als 500 Mitglieder starken Vereins.
"Das ist wichtig, damit sich die Menschen zunehmend damit identifizieren." Dabei spiele auch die Bürgerbeteiligung, die man aus eigener Kraft und mit den vorhandenen Möglichkeiten weiterführen wolle, eine ganz entscheidende Rolle. So sehr man auch auf (finanzielle) Hilfe von außen angewiesen sei: "Die inhaltlichen Impulse, Ideen und Anregungen müssen aus der Region kommen", betont Hans-Joachim Billert, Vorsitzender des Freundeskreises. Das gilt auch für das Römerlager aus der Zeit von Julius Cäsar, das den Nationalpark als kulturhistorisches Alleinstellungsmerkmal bereichern könnte. Denkbar ist neben der obligatorischen Infotafel eine 3-D-Visualisierung für Smartphones.
Nach wie vor sind für das Projekt (nähere Infos im Internet unter www.freundeskreisnationalparkhunsrueck.de ) Spenden willkommen.Verlosung von Kunstdrucken


Auch Philippe Devaud hat sich vom Nationalpark inspirieren lassen und einen Baum auf dem Rinzenberger Wehlenberg im Wandel der Jahreszeiten gemalt und fotografiert. Anlässlich des Eröffnungswochenendes im Mai hatte Hochwald-Sprudel fünf limitierte und original signierte Kunstdruckunikate verlost. Die Lizenzgebühr in Höhe von 500 Euro hat der 59-jährige gebürtige Schweizer, der in der alten Schule der Nationalparkgemeinde Rinzenberg lebt und arbeitet, für das Römerlager gespendet.
Auch wenn der 59-Jährige zurzeit um die reibungslose Brennholzversorgung bangt, so ist er doch ein Befürworter des Parks. Er verweist darauf, dass diese Premiumschutzgebiete in Deutschland nur etwa ein Prozent der gesamten Waldfläche ausmachen.