Ausnahmezustand in Grevenmaacher

Beim großen Fest in Grevenmacher rangen sie mal wieder alle um die Gunst der zahlreichen Gäste: Charmante Weinköniginnen, renommierte Musikgruppen - und natürlich die edlen Tropfen.

Grevenmacher. Am vergangenen Wochenende stand die Kantonalhauptstadt ganz im Zeichen der 63. Ausgabe des wohl größten und bekanntesten Weinfestes an der Luxemburger Mosel. Wie in den vergangenen Jahren auch, waren an den drei Tagen tausende von Gästen in der alten Festungsstadt und machten dort, im wahrsten Sinne des Wortes, die Nächte zum Tage: Es herrschte der Ausnahmezustand.
Offiziell begann das diesjährige Trauben- und Weinfest am Freitag, traditionell mit der Krönung der neuen Weinkönigin im "Centre Sportif et Culturel" der Stadt. Lynn Mantz, 19 Jahre jung und - ebenfalls der Tradition entsprechend - ein Mädchen aus Grevenmacher mit Winzerhintergrund, übernahm die Krone von ihrer Vorgängerin Anne und wird in der Saison 2012/13 den luxemburger Wein und dessen Anbaugebiete im In- und Ausland, auch und nicht zuletzt mit ihrem Charme, repräsentieren. Musikalisch sorgten an diesem Abend die Grevenmacher Stadtmusik, das Perkussionsensembel, die Showtanzgruppe Fantasy und die Band The Roepoepers für eine tolle Stimmung.
Am Samstag waren bereits reichlich Wein- und Crémentsflaschen an den zahlreichen in der Fußgängerzone und in den engen, verwinkelten Gassen errichteten Ständen und Buden entkorkt und auch geleert, bevor dann pünktlich um 15 Uhr das große Animationsprogramm mit dem Einzug der verschiedenen Musikgruppen begann. Mit dabei waren hier so renomierte Gruppen wie die Drum & Showband Kehlen, das Showcorps Wilhelmina Sleuwijk (NL) und die Showband Oberlichtenau. Um 22 Uhr wurde von der Moselpromenade und der Moselbrücke das Feuerwerk Wine Spirits abgeschossen.
Zu diesem Zeitpunkt hatten sich natürlich die Straßen und Gassen der Moselgemeinde längst mit vielen und ausgelassen feiernden Besuchern gefüllt. Höhepunkt war der Sonntag mit dem folkloristischen Umzug, an dem sich insgesamt 44 Festwagen beteiligten, darunter das geschmückte Gefährt der neuen Königin mit ihrem zahlreichen Gefolge. Der Moselwein, welcher kostenlos ausgeschenkt wurde, floß in Strömem.
Eigentlich war damit das Fest beendet, aber nur eigentlich. Als würde es kein Nächstesmal geben und der kommende Arbeitstag in weiter Ferne liegen, wurde nach dem Festumzug noch bis spät in die Nacht weiter gefeiert und natürlich gezecht. HEh