Autobahnbrücke bekommt "kleine Schwester"

Autobahnbrücke bekommt "kleine Schwester"

Die marode Schweicher Moselbrücke soll in einigen Jahren abgerissen und neu gebaut werden. Und zwar unweit des heutigen Standorts, gleich neben der Autobahnbrücke. Damit wäre zwar der enge Knotenpunkt am Longuicher Brückenkopf beseitigt, doch die geänderten Verkehrsströme könnten neue Probleme schaffen.

Schweich/Longuich. Am einfachsten wäre es gewesen, die Moselbrücke Schweich am alten Standort neu zu bauen. Doch dann hätten die Brückenplaner vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) ein Riesenproblem bekommen: Wohin sollen die rund 18 500 Fahrzeuge, die täglich die Brücke befahren, während der Bauphase ausweichen?
Die kleine Longuicher Brücke wäre keine Umleitungsalternative, weil das Bauwerk diese Massen kaum aufnehmen könnte und sich zudem der Verkehr durch die engen Straßen von Longuich schlängeln müsste. Auch die Umfahrung moselaufwärts über die Moselbrücke bei Ehrang wäre suboptimal. Dieses Nadelöhr kommt auch so schon an seine Grenzen. Zudem soll die Brücke in ein bis zwei Jahren unter halbseitiger Sperrung saniert werden. Wie das bei täglich 28 000 Fahrzeugen funktionieren soll, das bereitet den Straßenplanern heute schon Kopfschmerzen. Was auch noch gegen den Bau der Schweicher Moselbrücke am jetzigen Standort spricht, ist der enge Einmündungsbereich am Brückenkopf unter der Autobahn-Hangbrücke auf Longuicher Seite. Auf dem Radweg, der aus Kenn kommend Richtung Moselufer verläuft, haben Ortsunkundige Orientierungsprobleme.
Neue Brücke an alter Stelle - das geht also nicht. Nun untersuchte der LBM drei andere Trassenvarianten: Unmittelbar neben der bestehenden Brücke, mitten durch das Sägewerk Wick, und am Rand des Sägewerks Wick. Das Richtung Kirsch liegende Gelände hat die Firma einem Gabionen-Händler verpachtet.
Die letztgenannte Trasse ist diejenige, die der LBM favorisiert. Die Vorzugsvariante ergebe sich dadurch, dass während des Neubaus die alte Brücke weiterhin zur Verfügung stehe, schreiben die Verkehrsplaner auf ihrer Internetseite www.lbm.rlp.de/Bauprojekte/L-141-Moselbruecke-Schweich/ .
Auch werde dem Auto- und Radverkehr zum Schulzentrum Schweich aus Richtung Longuich, Fell und Riol Rechnung getragen. Durch die neuen Kreisverkehre auf Schweicher und Longuicher Seite werde zudem das Straßennetz leistungsfähiger. Im Herbst will der LBM den Bürgern von Schweich und Longuich das Konzept vorstellen.
Walter Krewer, der in der Trierer Straße in Longuich-Kirsch wohnt, und seinem Nachbarn beschert die neue Brücke mehr Verkehr. Alle Autofahrer, die aus Richtung Trier kommen, würden dann bis in Höhe ihrer Häuser fahren. "Da werde ich mit dem LBM über Lärmschutz reden müssen", sagt Krewer.
Positiv sei, dass der Verkehr etwas von seinem Grundstück weggeleitet werde und eine Pufferzone mit Grünstreifen vorgesehen sei.Meinung

So soll die neue Moselbrücke von der Schweicher Seite aussehen. Foto: (h_tl )
Eng und unübersichtlich: Die Moselbrücke Schweich auf Longuicher Seite. Foto: (h_tl )

Sinnvolle Planung
Die neue Moselbrücke neben der Autobahnbrücke zu bauen, macht Sinn. Hier stört sie am wenigsten, auch ist genügend Platz da, um die Anschlüsse vernünftig zu gestalten. Bis die Trasse in trockenen Tüchern ist, muss der LBM allerdings noch viel Überzeugungsarbeit leisten - und vermutlich auch viel Geld in die Hand nehmen, um Grundstücksbesitzer zu entschädigen. Am ehesten dürfte der LBM noch die Bewohner der Häuser in der Trierer Straße in Kirsch auf seine Seite bekommen. Da kommt zwar künftig mehr Verkehr vorbei, allerdings wird auch der Abstand zur Straße größer. Hinter der LBM-Planung werden wohl auch die Räte aus Schweich und Longuich stehen. Obgleich man aufpassen muss, dass das Viertel Alt-Schweich nicht noch mehr belastet wird, indem vom neuen Kreisel über die Mathenstraße Richtung Innenstadt abgekürzt wird. a.follmann@volksfreund.de