Autofahrer will eigenmächtig Baustelle freigeben

Autofahrer will eigenmächtig Baustelle freigeben

Seit April ist die Auffahrt der A 1 bei Primstal dicht. Und das soll nach Informationen aus dem Landesbetrieb für Straßenbau bis Ende August so bleiben. Unsinn, sagt Klaus Jung aus Nonnweiler. Denn: Der Weg sei geteert und somit befahrbar.

Nonnweiler. Von einer "unsinnigen Verkehrsbehinderung" spricht Klaus Jung aus Nonnweiler. Und von "unbegründeter Sperrung" der Auffahrt zur A 1 bei Theley. Der 63-Jährige redet sich richtig in Rage, wenn er die aus seiner Sicht nur schleppend vorangehende Arbeit an dieser Baustelle beschreibt. Zurzeit werde sogar überhaupt nicht gebaut. Jung, der täglich die betroffene Stelle auf dem Weg zur Arbeit und wieder zurück passiert: "Die Zufahrt ist fertig, man kann ungehindert über die Zufahrt zur Autobahn fahren. Warum ist sie trotzdem gesperrt?"

Klaus Jung ist sauer und fordert sowohl von der Gemeinde Nonnweiler als auch von der Polizei, dass sie umgehend für Abhilfe sorgen. Er kündigt sogar an, selbst an der Primstaler Auffahrt "aktiv zu werden", wenn sich nicht bald was ändert: "Ich werde die Sperrung wegräumen. Arbeitszeit maximal 30 Sekunden", heißt es in seinem offenen Brief an Polizei und Gemeindeverwaltung. Er nehme auch hin, dass dann strafrechtlich gegen ihn ermittelt werden könne. Trotz der Drohung hält der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) in Neunkirchen am Zeitplan fest. Demnach müssten Jung und die übrigen Verkehrsteilnehmer mit der Umleitung bis voraussichtlich Ende August leben. Gerd Kloy von der Stabsstelle Sonderprojekte beim LfS: "Aus Gründen der Verkehrssicherheit muss die Auf- und Abfahrt der Anschlussstelle Nonnweiler-Primstal in Fahrtrichtung Trier während der gesamten Bauzeit gesperrt bleiben." Grund seien die Kurven, die nicht in entgegengesetzter Richtung von schweren und langen Lastwagen passiert werden könnten, ohne über die Abgrenzungen zu rollen. Dabei könnten sie beschädigt werden. Darum bleibe es bei der Umleitung zur Auffahrt bei Kastel.

Trotz der Erklärung aus der Straßenbaubehörde gibt sich Klaus Jung nicht zufrieden und bleibt bei seiner Drohung, eigenmächtig die Baustelle freizugeben. "Ich sehe die Sperrung derzeit als vergessene Barrikade." Und er spricht von "Schildbürgerstreich". Dabei will er auch in Kauf nehmen, mit seinem Tun eine Strafanzeige zu riskieren. Jung gibt sich gelassen: "Ich werde es überleben."