Autonom auf Erfolgskurs
Von wegen Outsourcing: Beim Spiridon-Volkslauf in Schillingen liegt die gesamte Organisation in der Hand des Ausrichtervereins - mit Erfolg.
Schillingen. (teu) Bei großen Unternehmen ist es Gang und Gäbe, doch so manches Mal hat es sich als unpraktisch erwiesen, wenn Firmenteile ausgelagert oder bestimmte Aufgaben an externe Dienstleister vergeben wurden. Beim Spiridon-Volkslauf in Schillingen liegt deshalb jedes Detail der Organisation weiter in einer Hand - der von Spiridon Hochwald. Selbst daran, sensible Teile wie Zeitmessung und EDV auszulagern, an einen kommerziellen Anbieter zu vergeben, habe man noch keinen Gedanken verschwendet. "Im Gegenteil: Das EDV-Team überlegt schon, was es im nächsten Jahr noch besser machen kann", erzählte die Vereinsvorsitzende Birgit Heinen am Samstagabend.Die große Autonomie bringt natürlich viel Arbeit mit sich. "Das EDV-Team hat im Vorfeld am meisten zu tun", sagt Heinen. Mit dem speziellen Computerprogramm wird der Wettkampfablauf geübt. Dann müssen die Daten der vorangemeldeten Läufer und Walker eingegeben, Startnummern zugeordnet und Namensschilder gedruckt werden. So richtig los geht es für alle rund 80 Helfer am Vorabend des Laufs. In der Sporthalle der Grundschule müssen die Bühne aufgebaut und dekoriert, Stühle und Tische sowie die Verkaufstheke für Kuchen, Salat und Getränke aufgestellt werden. Am Veranstaltungstag startet das für die Strecke verantwortliche Team frühmorgens, um fünf Kilometer Laufparcours von Schillingen über Wirtschaftswege nach Heddert und zurück auszuschildern und zu markieren. Im Start-Ziel-Bereich müssen das Gerüst für die Banner errichtet, Streckenabsperrungen und die Beschallungsanlage aufgebaut werden.Diese Arbeit wird gerne erledigt, wenn das Resultat stimmt. Mit rund 400 Teilnehmern musste Spiridon Hochwald bei der zwölften Auflage zwar einen Rückgang hinnehmen, der sei aber verschmerzbar, meint Heinen. Zumal man diesmal noch mehr Sponsoren mit im Boot habe. "Das ist schön, wenn man sonst hört, dass es immer schwieriger wird, an Sponsoren ranzukommen", sagt die Vereinsvorsitzende. Dank der Unterstützung durch einen Baumarkt war es beispielsweise möglich, einem Tag vor Muttertag jeder Teilnehmerin des Zehn-Kilometer-Laufs eine Blume zu überreichen.Großes Engagement der Lehrer
Den zehnprozentigen Teilnehmerrückgang führt Heinen darauf zurück, dass zwei Schulklassen wegen Abschlussfahrt und Lesenacht diesmal nicht dabei waren. Trotzdem: "Die Lehrer sind sehr engagiert", lobt die für die Schülerläufe verantwortliche Wiltrud Engel den Einsatz der Schulen der Umgebung. Wer relativ zu Gesamtschülerzahl beim Spiridon-Volkslauf die meisten Kinder ans Laufen bringt, erhält für ein Jahr den Schul-Wanderpokal. Diesmal ging die Trophäe an die Grundschule Hentern-Lampaden, die damit mit der Grundschule Schillingen gleichzog. 54 Prozent der Schüler der Siegerschule (46) liefen mit (Schillingen 19 Prozent, Grundschule Mandern-Waldweiler 16 Prozent). "Wer dreimal gewonnen hat, behält den Pokal", erklärt Heinen.