Bahn entfernt Brombeergestrüpp auf Anfrage in Konz

Kostenpflichtiger Inhalt: Umwelt : Gestrüpp in Konz entfernt: Wie die Bahn gegen dornige Büsche vorgeht

Eine Konzerin hat sich an den TV gewandt: Sie störte sich an Brombeerranken, die am Bahndamm wuchsen und in eine Straße ragten. Laut der Leserin zerkratzte man sich beim Parken das Auto.

Manchmal kommt es anders, als man denkt – diese Lebensweisheit hat sich kürzlich bei Ursula Burckhardt aus Konz bestätigt, als die Deutsche Bahn, der sonst aus Sicht vieler Bürger so träge Großkonzern, die Brombeerranken wegschnitt, an denen sie sich störte. Doch nun von Anfang an: Die Karthäuserin wandte sich am 27. August mit einem Problem an den TV: Sie wohne  im Parallelweg, direkt an der dortigen Bahnstrecke. Seit Jahrzehnten würden wildwachsende Büsche, Bäume und Brombeerranken vor dem Heimat- und Weinfest weggeschnitten. „Leider ist seit dem vergangenen Jahr nichts mehr geschehen, und die Situation ist so, dass die Brombeerhecken so auf die Straße ragen“, schrieb Burckhardt an den TV. So verkratze man sich das Auto, wenn man in einer Lücke an der Bahnseite parke oder dorthin ausweichen müsse, wenn ein Auto auf der anderen Seite parke.

Eine Anfrage beim Ordnungsamt der Stadt Konz, ob es dieses Problem an die Deutsche Bahn weiterleiten könne, sei zunächst unbeantwortet geblieben. Auf Nachfrage habe sie die Antwort bekommen, dass sich die Bahn zwischen dem 19. und dem 24. August darum kümmern wolle. Geschehen sei nichts. Deswegen wandte sich Burckhardt an die TV-Redaktion.

So kam Bewegung in die Sache. Die Bahn-Pressestelle in Frankfurt beantwortete einerseits die Anfrage unserer Zeitung sehr zügig. Unter anderem verwies die Sprecherin auf ein Faktenblatt zum Vegetationsrückschnitt, den Angestellte der Bahn entsprechend den Umweltvorgaben zwischen Oktober und Februar, außerhalb der Brutzeiten, vornähmen. Im vergangenen Winter sei der sogenannte Aktionsplan Vegetation in Kraft getreten, heißt es darin. So seien an rund 2000 Kilometern Bahntrassen in Deutschland 1000 speziell ausgebildete Waldarbeiter unterwegs gewesen, um kaputte Bäume und Gestrüpp zu entfernen. Dafür habe der Konzern 125 Millionen Euro in die Hand genommen.

Auf Nachfrage, dass dieses Datenblatt den Kern der Konzer Problematik, bei der auch Fahrradfahrer, die am Rand fahren, durch Brombeeren gefährdet seien, nicht ganz treffe, gab die Konzernsprecherin weitere Auskünfte: „Erste Priorität bei den Arbeiten hat die gesetzliche Verkehrssicherungspflicht.“

Und: „Im Weiteren erhalten wir Hinweise von Anwohnern oder Behörden, denen wir dann im Einzelfall nachgehen.“ Zuständig für die Administration bei der Grünflächenpflege in der Region Trier sei die DB Netz AG. Konkret um die Umsetzung kümmere sich die DB Fahrwegdienste GmbH, ein weiteres Subunternehmen des Konzerns. Anwohner könnten sich direkt über ein Kontaktformular für Privatkunden im Internet an den Konzern wenden (https://fahrweg.dbnetze.com/fahr­weg-de/untern­ehmen/ - Unterpunkte: Kontakt, Privatkunden, Infrastruktur). Abschließend sagt die Pressesprecherin: „Trotz großer Anstrengungen ist es schwierig, gleichzeitig alle Flächen im Blick zu haben, und wir sind dankbar für jeden Hinweis, dem wir nachgehen können.“

Und tatsächlich folgt die Überraschung: Noch am gleichen Tag, an dem die Antwort der Bahn-Pressestelle die Redaktion erreicht, am 29. August, schreibt auch Ursula Burckhardt an den TV: „Da soll mal einer sagen, es geschehen keine Wunder mehr. Heute morgen ist eine Firma der Bahn im Einsatz und hat die Brombeerhecken geschnitten. Das nenne ich mal spontan, gut und schnell gehandelt.“

Im Übrigen sei sie dankbar, dass sie jetzt eine Adresse habe, an die sie sich wenden könne. Ob die Bahn wegen der Presseanfrage schneller reagiert hat als bei normalen Anfragen über das Kontaktformular, bleibt offen. Burckhardt ist jedenfalls froh, dass das Gestrüpp aus dem Weg ist.