Bahnhof wird Dauerbaustelle

Die Stadtverwaltung bittet um Geduld, die Anwohner fänden es gut, wenn es schnell geht: Am Konzer Hauptbahnhof stehen in den nächsten Jahren mehrere größere Projekte an. Neben dem Zugang zu den Gleisen werden die Bahnhofstraße und das Bahnhofsgebäude erneuert. Außerdem wird ein Pendlerparkplatz gebaut.

Konz. Das Gebiet rund um den Bahnhof im Konzer Zentrum wird in den kommenden Jahren zur Dauerbaustelle. Die Modernisierung des Haltepunkts, die Sanierung der Bahnhofstraße und der Ausbau des alten Bahnhofsgebäudes zu einem Restaurant samt Hotel werden das Stadtbild von Konz stark verändern.
Um die Anwohner der Bahnhofstraße über den Fortgang der Projekte zu informieren, hat die Stadtverwaltung ihnen ein Schreiben geschickt. So richtig gut informiert fühle er sich nicht, meint Anwohner Pascal Baton. Eines weiß er aber ganz genau: "Wir sind ja dafür, dass es schnell geht", sagt er. "Weil es schon in den letzten 20 Jahren versäumt wurde, etwas zu tun." Er fragt sich, wann es endlich losgeht.
Weil neben der Stadt Konz auch die Bahn und ein Privatinvestor beteiligt sind, handele es sich um ein langwieriges Verfahren, heißt es bei der Stadtverwaltung. "Das braucht Zeit", betont der Konzer Bürgermeister Karl-Heinz Frieden, der mit dem TV über die einzelnen Projekte gesprochen hat.

Zugang zum Haltepunkt:
Die Stadt Konz hat die Planungen für den behindertengerechten Zugang zu den Gleisen abgeschlossen. Ende Juni hat der Stadtrat einen Beschluss dazu gefällt (der TV berichtete). Seit Anfang Oktober steht auch der Finanzierungsplan, der zwischen Bahn, Stadt, dem zuständigen Zweckverband SPNV-Nord und dem Land vertraglich geregelt ist.
Insgesamt werden 4,5 Millionen Euro investiert. Die Stadt Konz übernimmt davon laut Frieden etwa 900 000 Euro. "Wenn alle ihre Aufgaben erfüllen, beginnen die Arbeiten Mitte 2013", sagt der Konzer Bürgermeister. Die Bahn sei nun gefragt, die Planung weiter voranzutreiben. Außerdem sei die Stadt von der Bewilligung des Landeszuschusses im Frühjahr 2013 abhängig. Erst dann könne mit der Ausschreibung der Baubeginn eingeleitet werden.

Die Bahnhofstraße und ein Pendlerparkplatz:
"Wenn der Bahnsteig fertig ist, ist auch die Bahnhofstraße an der Reihe", sagt Bürgermeister Frieden. Das Investitionsprogramm für die Jahre 2012 bis 2014 beinhaltet 1,5 Millionen Euro für den Straßenausbau - im aktuellen Haushalt der Stadt Konz sind 450 000 Euro vermerkt. Die Sanierung des ersten Straßenabschnitts würde dann frühestens Ende 2014 beginnen. 15 Monate lang habe die Stadt Konz mit verschiedenen Subunternehmen der Deutschen Bahn über den Erwerb von Grundstücken verhandelt, sagt Frieden. Jetzt sei klar, dass die Stadt die Grundstücke bekomme. Laut dem Bürgermeister können so neue Stellplätze für die Anwohner geschaffen werden.
Eine Anwohnerversammlung zum Thema sei geplant. Der Termin steht derzeit aber noch nicht fest.
Die Entwürfe für den zweiten Abschnitt der Bahnhofstraße - den Teil, der am Bahnhofsgebäude in Richtung Saarstraße vorbeiführt - müssen ebenfalls noch mit den Anwohnern, dem städtischen Bauausschuss und der Firma Ifa-Immobilien abgestimmt werden. Die Ifa will das Gebäude von der Stadt kaufen und umbauen (der TV berichtete).
Aus städtischer Sicht steht dann noch der Bau eines Pendlerparkplatzes und eines Busbahnhofs auf der anderen Seite der Gleise in der Güterstraße an. Ob dieses Projekt parallel zur Bahnhofstraße umgesetzt wird, weiß Frieden noch nicht. Man könne schließlich nicht das ganze Gebiet gleichzeitig zur Baustelle machen. Während der Bahnsteigerneuerung werde die Güterstraße als Baulager gebraucht.

Das Bahnhofsgebäude:
Der Hotelneubau ist für Bürgermeister Frieden der letzte Akt. "Der Investor muss davon ausgehen können, dass das Umfeld fertig ist", betont er.
"Ich stehe Gewehr bei Fuß", sagt Ifa-Geschäftsführer Wolfgang Schäfer. Er könne sich vorstellen, parallel mit den anderen Projekten loszulegen. Mitte 2013 wolle er vielleicht schon mit dem ersten Bauabschnitt beginnen. Anders als zunächst vorgesehen werde der Anbau an das bestehende Bahnhofsgebäude voraussichtlich an die andere Seite des Bahnhofsgebäudes verlegt, sagt er auf TV-Anfrage. Der neue Gebäudekomplex würde sich so nicht in Richtung Schillerbrücke, sondern in Richtung Saarstraße an das Bahnhofsgebäude anschließen. In diese Richtung nehme sich das Gebäude mehr zurück und korrespondiere besser damit, im vorderen Teil der Bahnhofstraße Stellplätze für die Anwohner zu schaffen.