Baklava trifft auf Käsekuchen

Was dabei rauskommt, wenn mehrere Generationen der türkischen Moscheegemeinde ein gemeinsames Büffet vorbereiten, hat die Frauengruppe der Haci-Bayram-Moschee in Karthaus während ihres Familienfestes gezeigt. 200 Gemeindemitglieder trotzten dem Regen, um gemeinsam zu essen und zu plauschen.

Ein Duft von frischer Backware hat sich am Pfingstsonntag über die Konzer Dammstraße verteilt. Ein dampfender Stapel türkischer Pizzen (Lahmacun) soll die Nachbarschaft zum Familien- und Wohltätigkeitsfest der Frauengruppe aus der Haci-Bayram-Moschee locken.

200 Gemeindemitglieder - Eltern und Kinder - kamen in der Moschee zusammen. Es wird Schwarztee (Çay) getrunken, geredet und gelacht. Vor allem aber wird gebacken - pausenlos: Über 20 gut gestimmte Frauen haben sich seit sechs Uhr früh im Gesellschaftsraum der Moschee um die Tische gereiht.
Insgesamt 1300 türkische Pizzen sollen es bis zum Ende der Feier um 18 Uhr werden. "Wir lieben das gemeinschaftliche Essen und gleichzeitig dient es dem Austausch über unsere Arbeit" sagt Ercan Sari, Vorsitzender der Moschee.Süßgebäck als Eisbrecher

Neben dem Lahmacun als Hauptspeise lockt die Frauengruppe mit kulinarischen Köstlichkeiten vom türkischem Grießgebäck mit Kokosnuss Raspeln, über Baklava (Süßgebäck) bis hin zum klassisch, deutschen Käse- oder gedecktem Apfelkuchen. "Das dient als Eisbrecher für nette Gespräche mit den Nachbarn", sagt Funda Saglik von der Frauengruppe. Zudem ernähre sich die jüngere Generation, die in Deutschland aufwächst, gesünder und weiche gern auf Essen "mit weniger Kalorien aus. Und es ist mal was anderes", bestätigt der 16-jährige Musa.

Die jüngsten Besucher kümmert das wenig. Sie vernaschen den Schokoladen-KitKat-Smarties-Kuchen und vergnügen sich beim Kinderschminken. Wir wollen der Öffentlichkeit unsere kulturellen Gewohnheiten und das harmonische Miteinander vorstellen", sagte Mitorganisatorin Türkan Yurtseven.
Ein Austausch fände nicht nur nach außen, sondern auch in der Gemeinde zwischen den Generationen mit und ohne Migrationserfahrung statt - "das bereichert die Vielfalt".