Bald mehr als eine "Steinkaul"

WELLEN. Bewegung beim Baugebiet "In der Steinkaul": Der Ortsgemeinderat Wellen hat nach der Beratung über die Anregungen der Träger öffentlicher Belange die Offenlage des Bebauungsplans beschlossen.

Einig waren sich alle Mitglieder des Ortsgemeinderats Wellen am Montagabend beim Bebauungsplan für das Teilgebiet "In der Steinkaul". Einstimmig, schnell und ohne Diskussionen haben sie die Vorschläge durchgewunken, die Thomas Lang von der "B.K.S. Ingenieurgesellschaft für Stadtplanung" in Trier zu den Anregungen der Träger öffentlicher Belange vorstellte. Das Baugebiet ist eins von vier Baugebieten, die die Gemeinde Wellen in naher Zukunft ausweisen möchte. Die Planungen für dieses Gebiet sind nach Angaben von Bürgermeister Herbert Huber bereits am weitesten fortgeschritten. Änderungen in Details beschlossen

43 Grundstücke sind "In der Steinkaul" - zwischen dem Friedhof und dem ehemaligen Lagerplatz des TKDZ-Werks - geplant (der TV berichtete mehrfach). Die privaten Projektentwickler Petra und Claudius Frühauf aus Wiltingen sind mit der Planung des Baugebiets beauftragt. Sie haben die Grundstückseigentümer zu einer privaten Interessengemeinschaft zusammengebracht, die die Kosten für das Bebauungsplanverfahren und für die Erschließung übernimmt. Auch die Gemeinde besitzt einige der Grundstücke im Baugebiet. Die Projektplaner müssen die Arbeiten nicht öffentlich ausschreiben und können direkt mit den Baufirmen verhandeln. Die Entscheidungen, wie "In der Steinkaul" gebaut wird, trifft dennoch die Ortsgemeinde. Deshalb beschlossen die Ratsmitglieder nach Anregungen öffentlicher Träger die Änderung einiger Details im Bebauungsplan. Zehn Häuser am nordwestlichen und südwestlichen Baugebietsrand müssen wegen möglichen Lärms von der Bahn beispielsweise Schallschutzmaßnahmen treffen. Des Weiteren einigten sich die Ratsmitglieder darauf, dass im Baugebiet Stützmauern bis zu einer Höhe von zwei Metern gebaut werden können. Diese müssen jedoch als Kalkstein-Trockenmauern, Betonstützmauern mit einer Verblendung mit Material aus der Region (beispielsweise Kalkstein) oder als begrünte Mauer angelegt werden. Ferner wird ein Flurstück im Einmündungsbereich "Farsterweg" als Straßenverkehrsfläche in den Bebauungsplan aufgenommen. Umfangreich haben Naturschutzverbände Stellung zu dem Bebauungsplan bezogen. Sie befürchteten Auswirkungen auf FFH-Gebiet und Naturschutzgebiet Nitteler Fels, doch laut Erheblichkeitsgutachten ist mit Folgen für die Umwelt nicht zu rechnen. Ein Gutachten über die Fledermausfauna im betroffenen Gebiet wird nach Aussagen von Thomas Lang gerade erstellt und wird vermutlich Ende August vorliegen. Anschließend stimmten die Wellener Ratsmitglieder einhellig für die Offenlage des ergänzten Planentwurfs, in der Hoffnung, dass im Baugebiet bald mehr Bewegung ist.

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