Bald Solarstrom von der Kenner Sang

Bald Solarstrom von der Kenner Sang

Auf der Kenner Sang zwischen der B 51 Trier-Hermeskeil und Trier-Ruwer haben die Arbeiten an einer Groß-Solaranlage mit 5,8 Megawatt Maximalleistung begonnen. Das Projekt war ursprünglich in noch größeren Ausmaßen geplant, wurde aber nach Anwohnerprotesten reduziert.

Kenn/Trier-Ruwer. (f.k.) Errichtet wird das Solarkraftwerk von der Münchener Phoenix AG in Zusammenarbeit mit der Trie rer Bürgerservice GmbH, die später die Anlage auch im laufenden Betrieb betreuen soll. Die Fläche gehört zur Gemarkung Longuich, ist aber Eigentum der Gemeinde Kenn, die als Verpächterin auftritt.

Von Beginn an war das Projekt umstritten. Kaum hatten Phoenix und Bürgerservice Anfang März 2008 die Planung vorgestellt, regte sich der Protest. Zunächst waren es Bewohner des oberen Ruwerer Wohngebiets, die sich zum Widerstand formierten und schließlich eine Protestwelle auslösten, die auch vom Ortsbeirat Ruwer und der Stadt Trier unterstützt wurde. In Ruwer bildete sich eine Bürgerinitiative, aus der später der Verein "Naherholung Ruwer" hervorging. Der Verein sollte sich gegenüber den Anlagenbauern als zäher Verhandlungspartner erweisen:

Reduziert auf "nur" noch 5,8 Megawatt



Beide Seiten einigen sich schließlich auf eine reduzierte Planung. Aus dem ursprünglich größten Solarpark in Rheinland-Pfalz mit 100 000 Solarmodulen und 7,5 Megawatt Maximalleistung wurde nach Angaben von Phoenix in München eine Anlage mit 78 000 Modulen, 5,8 Megawatt Leistung und entsprechender reduzierter Fläche. Baubeginn sollte Ende März 2009 sein.

Dieser Termin wurde gehalten, und die Arbeiten schreiten auf dem rund 30 Hektar umfassenden Gelände schnell voran. Dies gilt auch für die landschaftliche Gestaltung der Randzonen rund um die künftige Solartechnik. Am nördlichen Rand in Richtung Kenn und westlich in Richtung Ruwer werden jeweils 100 Meter breite Geländestreifen mit Wegen, Bäumen und Sträuchern gestaltet. Diese Landschaftsgestaltung ist ein weiteres Zugeständnis der Investoren an den Verein "Naherholung Ruwer". Anlieger Karl Pickan, ehemals Sprecher der Protestler und Mitinitiator des Vereins, steht wie seine Mitstreiter dem Projekt nach wie vor reserviert gegenüber.

"Wir haben eine Reduzierung der Anlage erreicht und die breiten Grünstreifen durchgesetzt. Das macht die Sang zwar noch nicht zum guten Solarstandort, aber dieser Kompromiss war die beste Lösung für alle Beteiligten, denn die Alternative wäre ein jahrelanger und zermürbender Rechtsstreit gewesen", sagt Pickan, der sich künftig nicht mehr zu der Sache äußern will.

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