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Bald wieder freier Zutritt für Besucher - Verein will mehr Gäste ins Hochwaldmuseum locken

Bald wieder freier Zutritt für Besucher - Verein will mehr Gäste ins Hochwaldmuseum locken

Das Hochwaldmuseum in Hermeskeil ist seit anderthalb Jahren nur noch auf Anfrage für Besucher geöffnet. Damit wieder mehr Gäste den Weg in die Ausstellung finden, hat sich der Förderverein etwas einfallen lassen. Unterstützung kommt dabei vom benachbarten Feuerwehrmuseum. Dringend gesucht wird jetzt ein neuer Leiter für das Haus.

Hermeskeil. Mit Hilfe eines kleinen Schlüsselanhängers öffnet Willi Auler die Tür zum Hochwaldmuseum. Dazu braucht der städtische Beigeordnete nur den sogenannten Transponder ans Schloss zu halten, damit das elektronische Zugangssystem dessen Signal empfängt und dem Besucher Zutritt gewährt.Kontrolle über Kameras


Das neue Türschließsystem soll dazu beitragen, dass künftig wieder mehr Gäste den Weg in die Einrichtung unterhalb des Neuen Markts finden. Denn seit anderthalb Jahren ist das Museum geschlossen, Führungen gibt es nur noch auf Anfrage. Die Besucherzahlen gingen weiter zurück. "Wir wollen das Museum neu beleben", sagt Auler. Dabei helfen soll eine Kooperation mit dem benachbarten Feuerwehrmuseum. Dort sollen Besucher künftig Eintrittskarten für das Hochwaldmuseum und, gegen ein Pfand, Transponder für die Eingangstür erhalten. "Dann können sie das Museum auf eigene Faust erkunden."

Zusätzlich seien zwei Kameras installiert worden. Damit könnten die Mitarbeiter im Feuerwehrmuseum über Computer kontrollieren, wer sich gerade in der Ausstellung aufhalte. Insgesamt habe der Förderverein des Museums dafür rund 4500 Euro investiert, sagt Auler. Sobald eine Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt und Feuerwehrmuseum unterzeichnet sei, könne das neue Eintrittssystem im Winter anlaufen.
Die Initiative geht auf einen Workshop von Mitgliedern des Fördervereins und des städtischen Kulturausschusses zurück. Wie Willi Auler im Ausschuss erläuterte, hat der Umbau für das 2003 eröffnete Museum die Stadt Hermeskeil rund 785 000 Euro gekostet. Dazu gab es eine Landesförderung in Höhe von 280 000 Euro. Diese Summe müsste laut Auler zurückgezahlt werden, sollte die Stadt das Haus endgültig schließen. Der Unterhalt dagegen koste jährlich nur etwa 7000 Euro. Die Lage am Neuen Markt sei ideal. 2016 kamen bislang aber nur um die 250 Gäste. Diese Zahl müsse man steigern, sagt Auler.

Die Stadt hatte Anfang 2015 die Einrichtung für den Publikumsverkehr geschlossen und den Vertrag der ehrenamtlichen Museumsleiterin auslaufen lassen. Begründet wurde dies mit nötigen Einsparungen und der geringen Nutzung. Die Stelle ruht laut Auler momentan, aber der Ausschuss will sie wieder besetzen. Denn es gibt viele Ideen, um mehr Besucher in die Schau zu locken, die auf drei Etagen multimedial das Leben früherer Generationen im Hochwald präsentiert. Für das Konzept gab es 2005 den ersten Museumspreis des Landes Rheinland-Pfalz.

Möglich wären laut Auler Herbstfeste und Konzerte im Innenhof, Ausstellungen, Workshops, Lesungen oder Vorführungen von Heimatfilmen. Durch Kooperationen mit Hermeskeiler Schulen will man neues Publikum gewinnen. Im September gab es ein Treffen mit Lehrern aller weiterführenden Schulen, die nun mögliche Klassenbesuche, Projektwochen oder Facharbeiten zum Museum prüfen wollen. "Wir haben noch keine konkrete Rückmeldung dazu. Aber wichtig ist, dass das Thema in die Schulen hereingetragen wurde", sagt Werner Haubrich vom Förderverein. Nun komme es darauf an, "dass wir einen festen Ansprechpartner für die Schulen finden". Auler hofft, dass sich im Umfeld der Schulen ein Kandidat für die Museumsleitung anbietet: "Ein pensionierter Lehrer mit guten Geschichtskenntnissen wäre ideal. Jemand, der mit Energie rangeht."Tragbare Audioführer


Renate Meyer, Vorsitzende des Fördervereins, ist "erleichtert", dass die Ausstellung "wieder für einzelne Besucher begehbar wird". Durch den tragbaren Audioführer sei der Besuch auf eigene Faust gut möglich. Zudem gebe es Audiostationen, an denen der Gast Informationen über das dörfliche Handwerk oder die Spuren der Römer im Hochwald erhalte. Das Treffen mit den Schulen habe "erste Früchte" getragen, sagt Meyer. Neulich habe sie eine Stunde lang mit einer fünften Klasse der Integrierten Gesamtschule im alten Schulzimmer gesessen: "Die Kinder waren sehr interessiert, einige wollten mit ihren Eltern wiederkommen." Auch die Vorsitzende hofft darauf, dass bald ein Museumsleiter gefunden wird. "Wir sind alle nur Ehrenamtliche und können niemanden aus dem Hut zaubern. Aber wenn das klappt und jetzt wieder Karten verkauft werden, dann geht es voran."Meinung

Foto: Christa Weber (cweb) ("TV-Upload Weber"
So haben sich die Menschen im Hochwald um 1900 eingerichtet: Eine typische Wohnstube aus dieser Zeit ist im Hochwaldmuseum nachgestellt worden. Foto: Christa Weber (cweb) ("TV-Upload Weber"
Einige Funde aus dem Römerlager bei Hermeskeil sind im Hochwaldmuseum ausgestellt. Foto: Christa Weber (cweb) ("TV-Upload Weber"

Dranbleiben an guten Ideen
Eine Schließung des Hochwaldmuseums würde die Stadt Hermeskeil viel Geld kosten, weil sie Fördermittel ans Land zurückzahlen müsste. Davon abgesehen wäre es aber auch unglaublich schade, müsste diese so liebevoll und modern präsentierte Ausstellung aufgegeben werden. Auf Dauer zu halten ist sie aber nur, wenn sie auch wahrgenommen und genutzt wird. Die Idee, künftig Eintrittskarten im Feuermuseum zu verkaufen und dort den Besuchern über das neue Türsystem selbstständig Zutritt zu verschaffen, ist vielversprechend. Zum einen entlastet es die Vereinsmitglieder, die ihre Führungen ehrenamtlich anbieten und nicht permanent vor Ort sein können. Zum anderen ermöglicht es den Gästen, ganz unabhängig von Führungszeiten ins Museum reinzuschauen. Und die Besucher des Feuerwehrmuseums werden darauf aufmerksam gemacht, dass es nur wenige Meter weiter noch ein zweites sehenswertes Museum gibt. Soll darüber hinaus aber auch die Organisation von Veranstaltungen oder neuen Kooperationen gelingen, braucht es einen festen Ansprechpartner. Er muss die Kontakte pflegen, die Dinge am Laufen und die Fäden in der Hand halten. Dass die Schulen nun auf das Thema aufmerksam gemacht wurden, macht Hoffnung darauf, dass ein ehrenamtlicher Leiter gefunden wird. Da gilt es nun, dranzubleiben. c.weber@volksfreund.de