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Barrierefrei auf den Warsberg: Saarburger Sesselbahn soll um einen Aufzug ergänzt werden

Barrierefrei auf den Warsberg: Saarburger Sesselbahn soll um einen Aufzug ergänzt werden

An der Bergstation der Saarburger Sesselbahn soll für 310 650 Euro ein Aufzug gebaut und die Treppe verlegt werden. Damit würde die Altstadt barrierefrei an den Warsberg angeschlossen. Der Stadtrat hat komplett für das Projekt gestimmt, das erste in der Modellregion für barrierefreien Tourismus.

Saarburg. Bis zu 125 000 Gäste nutzen laut Bürgermeister Jürgen Dixius jedes Jahr die Saarburger Sesselbahn, um auf den Warsberg zu gelangen. Dort können sie nicht nur eine schöne Aussicht auf die Stadt genießen. Auf dem Berg befinden sich auch die Sommerrodelbahn, der Greifvogelpark und der Ferienpark Landal Greenpark.
Doch wer nicht richtig laufen kann und auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen ist, einen Kinderwagen schiebt oder Gepäck auf dem Fahrrad transportieren möchte, hat Probleme, die Sesselbahn zu nutzen. Denn an der Bergstation muss er 33 Stufen erklimmen, um zur anliegenden Straße zu gelangen.
Das soll sich ändern. Zumindest laut jüngstem Stadtratsbeschluss. Das komplette Gremium hat sich im Grundsatz für das Projekt "Barrierefreie Verbindung zwischen historischer Altstadt Saarburg und Urlaubsplateau Warsberg" ausgesprochen. Nun muss noch die Aufsichtsbehörde beim Kreis die außerplanmäßige Zahlung genehmigen.
Die Stadt Saarburg hat für den Aufzug voraussichtlich nur rund 46 600 Euro zu zahlen, obwohl die Gesamtkosten des Projekts bei 310 650 Euro liegen. Der Grund: Die Ferienregion Saar-Obermosel (also die Verbandsgemeinden Konz und Saarburg) wurden Anfang des Jahres vom Wirtschaftsministerium als Modellregion für barrierefreien Tourismus anerkannt (der TV berichtete). 1,5 Millionen Euro stehen nun für entsprechende Projekte bereit, deren Kosten zu 85 Prozent gefördert werden können. Der Aufzug an der Sesselbahn soll eines dieser Projekte werden.Verlegung und Erdarbeiten

Die Planung dafür kommt vom Ingenieurbüro Krämer aus Saarburg. Demnach soll die Treppenanlage an der Bergstation verlegt werden. Zudem sind Erdarbeiten für den Aufzugsschacht nötig (macht zusammen 130 650 Euro). Für den Personenaufzug selbst und seine Montage sind 108 600 Euro eingerechnet. Für die Entwicklung und den Kauf von vier Transportgehängen für Rollstühle und Ähnliches sind 71 400 Euro eingeplant. Bislang gibt es solche Gehänge nur für Fahrräder.
Alois Marx, Betriebsleiter der Sesselbahn, verspricht sich vom Aufzug einiges. Er sagt: "Barrierefreiheit ist die Zukunft. Die Menschen werden immer älter und wollen etwas unternehmen. Wir bekommen immer mehr Nachfragen von Leuten mit Rollator oder Rollstuhl, die gerne mit der Sesselbahn mitfahren würden." Wenn diese Menschen die 33 Stufen am Berg nicht selbstständig hochgehen könnten, müssten die Sesselbahnmitarbeiter sie abweisen. Marx: "Ob wir jetzt fünf oder zehn Mal im Jahr jemanden abweisen müssen, ist egal. Das ist fünf oder zehn Mal zu viel." Müsste die Sesselbahn GmbH die Investition alleine tragen, würde sie sich nicht rechnen. Mit Förderung sei das etwas anderes. Für die Zukunft, so glaubt Marx, könne mit der Barrierefreiheit geworben werden. Das spreche sich in zwei, drei Jahren rum und mache sich dann vermutlich auch an der Passagierzahl bemerkbar. Der Zeitplan der Verwaltung sieht vor, den Aufzug im Winter zu bauen. Zu Saisonbeginn an Ostern 2017 könnten dann bereits die ersten Sesselbahnnutzer barrierefrei auf den Warsberg gelangen.