Basteln für Maria und Josef

Mit Säge, Leim und vielen Plänen bewaffnet, machen sich die Krippenbauer aus Wasserliesch an ihre hölzernen Meisterwerke - und das schon im August. In den nächsten zwölf Wochen wollen die fünf Teilnehmer im "Krippenbaukurs" der Volkshochschule ihre eigene Weihnachtskrippe anfertigen.

Wasserliesch. (as) Im Kellerraum der Grundschule St. Marien ertönt das Kreischen der Säge und es riecht nach Holz. Die Abendsonne scheint rötlich durch die Fenster. Obwohl sich draußen der Sommer zurückmeldet, haben die Handwerker in dem kleinen Werkraum eine andere Jahreszeit im Sinn: Weihnachten. Bis zur Adventszeit wollen die fünf Kursteilnehmer des "Krippenbaukurses" der Volkshochschule (VHS) Wasserliesch - Oberbillig - Temmels ihre selbst hergestellte Krippe mit nach Hause nehmen. An zwölf Montagabenden werden sie drei Stunden lang Holz sägen und ein Quartier für die heilige Familie schaffen.

Ehrgeizig: Nachbau der Löschemer Kapelle



Dass es bis zur Vorweihnachtszeit noch rund drei Monate dauert, spielt für die Hobby-Krippenbauer keine Rolle. "Eigentlich ist es sogar schon ein bisschen zu spät, um so eine Bastelarbeit zu beginnen, am Ende könnte es etwas knapp werden", meint Kursteilnehmerin Siggi Zengerle aus Wasserliesch. Trotzdem ist sie zuversichtlich, dass spätestens Anfang Dezember ihre lang ersehnte selbst gebaute Krippe im heimischen Wohnzimmer Platz finden wird.

Maria Busch brütet über Bauzeichnungen. Für ihr erstes eigenes Krippenkunstwerk hat sie sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. "Ich möchte die Löschemer Kapelle nachbauen", erzählt sie. Die auf 50 Zentimeter verkleinerte Nachbildung der Bergkapelle soll gemeinsam mit einem Stall die Unterkunft für die Krippenfiguren werden. "Es war schon immer mein Wunsch, eine eigene Krippe zu bauen", erzählt die Wasserliescherin und widmet sich wieder ihren Bauzeichnungen.

Kursleiter Artur Lambert hat während der Werkabende alle Hände voll zu tun. Jedem der fünf Kursteilnehmer hilft er beim Zusägen der einzelnen Bauelemente. Das Krippenbauen ist für ihn zu einem Hobby geworden, das er jetzt gerne an andere weitergeben möchte. "Das handwerkliche Geschick ist noch nicht einmal so wichtig. Viel wichtiger ist die Motivation bei den Teilnehmern", meint er.

An Begeisterung mangelt es bei den Nachwuchs-Krippenbauern in Wasserliesch nicht. Einige haben schon zu Hause mühevolle Zeichnungen angefertigt, nach denen sie in den nächsten Wochen ihr Krippenkunstwerk basteln wollen.

Damit die heilige Familie und alle anderen Krippenfiguren später in der Holzkrippe Platz finden, ist der richtige Maßstab wichtig. "Die Proportionen müssen stimmen. Das ist das A und O", erklärt Kursleiter Artur Lambert. Deshalb rechnet er mit jedem Teilnehmer mit Hilfe des "Krippenmeters" (ein spezielles Maß für den Krippenbau) alle Schrägen, Tore und Haushöhen noch einmal nach. Erst dann geht es an die Säge.

Bis die ersten Krippen im Dezember fertig werden, wird das Schneidegerät wohl noch des Öfteren im Einsatz sein.

Beim Krippenbaukurs sind noch wenige Plätze frei. Wer einsteigen möchte, kann sich bei Adalbert Fuchs, Tel.: 06501/13793, melden. Die Krippenbauer treffen sich jeden Montag von 19 bis 22 Uhr in der Grundschule St. Marien in Wasserliesch.