Bauherren herzlich willkommen

Zu verkaufen: Wer dieser Tage ein freies Baugrundstück sucht, dürfte im Konzer Land fündig werden. Hier und da sind die Gemeinden froh um jeden ernsthaft interessierten Käufer.

Konz/Wiltingen/Pellingen/Nittel. Die Obermosel gilt als die Region der Neubaugebiete - trotz recht hoher Grundstückspreise. Den Luxemburgern sowie den Pendlern ist es zu verdanken, dass viele Gemeinden, die an der Grenze zum "Ländchen" liegen, in der Vergangenheit kein Problem damit hatten, ihr Bauland an den Mann zu bringen. Doch jetzt ziehen nach Experten-Meinung offenbar ein paar dünne, graue Wolken über den Grundstücksmarkt. "Das Interesse der Luxemburger an Bauland ist merklich zurückgegangen und hat nur noch geringen Einfluss auf das Marktgeschehen in der Region Konz-Saarburg-Obermosel", sagt Rainer Zang, Leiter der Immobilien-Vermittlung der Sparkasse Trier. Auch das Interesse der Luxemburg-Pendler habe nachgelassen. Diese Entwicklung kann Ortsbürgermeister Hans-Josef Wietor aus Nittel nur bedingt bestätigen. Zwar habe es in der Phase, in der die Wirtschafts- und Finanzkrise sehr präsent war, eine kleine Flaute gegeben. Doch: "Jetzt kommen wieder Anfragen." In Nittel schwanken die Quadratmeterpreise je nach Lage zwischen etwa 60 Euro im Bereich Windhof und 140 Euro. Das sind Daten von Anfang 2008, die aktuellen Bodenrichtwerte werden derzeit vom Katasteramt festgelegt.

Freie Plätze in Wiltingen und Pellingen



Wiltingens Ortsbürgermeister Lothar Rommelfanger ist hingegen ratlos. Die Gründe, weshalb die Gemeinde die zehn noch zu verkaufenden Grundstücke innerhalb des 1500-Einwohner-Dorfes nicht erfolgreich unters Volk bringt, seien "nicht zu erklären", sagt er. Durchschnittlich liege der Quadratmeterpreis bei etwa 95 Euro. Die Grundstücke seien circa 550 bis 600 Quadratmeter groß und voll erschlossen. Zudem könne die Gemeinde eine gute Infrastruktur mit Bahnanschluss, Ganztags-Grundschule, Kindergarten, Metzgerei, Bäckerei sowie Bank, ein Naturschutzgebiet und ein vielfältiges Vereinsleben bieten. Das Urteil des Immobilien-Experten Zang: "Es liegt nicht an der Gemeinde. Die Wiltinger brauchen ein bisschen Geduld."

Diese Geduld stellen die Pellinger seit mehr als einem Jahr unter Beweis. Auf unterschiedliche Art und Weise, ob nun mit Schildern am Ortseingang, mit Werbung im Internet oder per Anfragen bei Bauträgern, bemühten sich Alt-Ortsbürgermeister Dieter Hennen und sein Nachfolger Horst Hoffmann, die Baugrundstücke im Gebiet Höthkopf/Stückelgrube zu verkaufen - bislang mit mäßigem Erfolg. "Die Wirtschaftskrise hat ins Kontor geschlagen", sagt Hoffmann. Nach dem recht zügigen Verkauf der Grundstücke im vorangegangenen Baugebiet habe der Gemeinderat auf eine anhaltende Nachfrage gesetzt. Nun suchen sie Käufer, die einen Quadratmeterpreis von etwa 110 Euro bezahlen. Bislang sind neun der 48 erschlossenen Grundstücke verkauft. "Es gibt noch Sahnestücke", sagt Hoffmann und wirbt auch damit, dass Pellingen eine direkte Anbindung an Trier ohne Ampel oder Kreisel habe.

Nah an Trier gelegen sind auch die freien Baugrundstücke auf Roscheid. "Die Nachfrage ist hoch", sagt Bürgermeister Karl-Heinz Frieden. Damit liegt Roscheid im Trend, den Zang abschätzt: "In den Bereichen Schweich-Trier-Konz haben wir nach wie vor mit einer stabilen Nachfrage zu rechnen."

Großräumig geht Christian Ahlring, Pressesprecher der LBS Rheinland-Pfalz, davon aus, dass Trier weiterhin eine Boom-Region im Land sei, die - wenn überhaupt - nur mit Mainz und seinem Umland zu vergleichen sei.