Bauland soll nicht zu teuer werden

Reinsfeld · Angehende Reinsfelder Bauherren können aufatmen. Der Ortsgemeinderat Reinsfeld hat mit mehreren Beschlüssen die Erschließung des zweiten Bauabschnitts Neubaugebiet Flachsheide II auf den Weg gebracht. Allerdings zogen sich die Beratungen fast zwei Stunden hin.

Foto: Ursula Schmieder (urs) ("TV-Upload Schmieder"

Reinsfeld. Es fehlte nicht viel, und die Entscheidungen wären vertagt worden. Doch dann einigten sich die Räte der Ortsgemeinde Reinsfeld doch noch auf gemeinsame Nenner. Schließlich ging es um nicht weniger als die Chance, Bauherren schon 2016 Bauland anbieten zu können. Dass sich der Rat fraktionsübergreifend derart sputete, begründete Ortsbürgermeister Rainer Spies auf Nachfrage des Trierischen Volksfreunds mit der großen Nachfrage. Mehrere Interessenten wollten möglicherweise schon im nächsten Jahr anfangen zu bauen.
Daher drehte sich die fast zweistündige Ratsdebatte auch nicht darum, ob die Gemeinde den zweiten Bauabschnitt Flachsheide II mit 26 Baugrundstücken angehen sollte. Die Frage war vielmehr, wie das Neubaugebiet erschlossen werden soll, wofür insgesamt um die 1,4 Millionen Euro kalkuliert sind. Insbesondere galt es, zwei Wünsche gegeneinander abzuwägen: im neuen Areal ähnliche Vorrausetzungen zu bieten wie im ersten Nahwärmenetz-Bauabschnitt - und das zu ähnlichen Grundstückspreisen. Doch genau das erwies sich als unerfüllbar. Teils wegen der topografischen Voraussetzungen, teils wegen Neuerungen in der Energieversorgung oder zu erwartender höherer Kosten für das Wasser- und Abwassernetz.
Keine Erdgasleitungen


Um das Vorhaben dennoch zügig auf den Weg bringen zu können, beschloss der Rat mehrheitlich, im zweiten Bauabschnitt keine Erdgasleitungen verlegen zu lassen. Unter anderem hätten dafür breitere Gehwege als im etwa zehn Jahre alten ersten Bauabschnitt ausgebaut werden müssen. Im Grundstückspreis hätte sich das deutlich niedergeschlagen. Ratsmitglied Paul Port (OWL) gab zwar zu bedenken, Reinsfeld verbaue sich damit die Zukunft. Denn die heiße Wasserstoff, der den Klimakiller Kohlendioxid (CO{-2}) einspare und durch Gasleitungen transportiert werden könne. Doch mit Port votierten nur insgesamt drei Ratsmitglieder für Gasleitungen und sieben dagegen. Für sie genießt das Ziel eines möglichst niedrigen Verkaufspreises Priorität.
Die weiteren Beschlüsse erfolgten einstimmig. So etwa die Beauftragung der Ingenieurbüros IPB, Zerf, vertreten durch Geschäftsführer Michael Natter, und "Dr. Sprengnetter und Partner GbR" in Brohl-Lützing, Landkreis Ahrweiler. Einstimmig war aber auch das Nein zu einer Empfehlung des Werksausschusses an den Verbandsgemeinderat, bei dem das diesen Mittwoch auf der Tagesordnung steht.
Werkleiter Andreas Schmitt erläuterte die Idee: Abweichend vom bisherigen Solidargemeinschaftsverfahren könnten künftig projektbezogen Erschließungsverträge abgeschlossen werden. Die Gemeinden müssten dann real entstandene Kosten in den Grundstückspreisen berücksichtigen. "Die Werke wollen das Risiko auf die Gemeinden abschieben", kommentierte Spies. Daher plädierte er dafür, sie sollten die Beitragskalkulation kostendeckend überarbeiten. Dass sich damit die erstmaligen Erschließungskosten erhöhen dürften, verstehe jeder.
Sofern die weiteren Planungen zügig vorangehen, könnten die Arbeiten laut Natter bereits nach der Gemeinderatssitzung am 21. Januar ausgeschrieben werden. Angebote würden dann bis Ende Februar vorliegen, so dass nach etwaigen weiteren Beschlüssen im März Bauunternehmen "so schnell wie möglich loslegen können sollten".
Bagger rücken im April an


Für die Anwohner der auszubauenden Kapellenstraße (der TV berichtete) ist der Baubeginn schon etwas gewisser abzusehen. In der für die Flachsheide wichtigen Durchgangsstraße sollen ab April die Bagger anrücken.
Die Kanalleitungen müssen nicht erneuert werden - aber eventuell Teile der Wasserleitung. Außerdem sollen Erdkabel, Telefonleitungen und möglicherweise auch Gasleitungen mitverlegt und Straßenlampen erneuert werden. Die mit circa 600 000 Euro kalkulierten Arbeiten an der 300 Meter langen Straße sollen Ende Januar ausgeschrieben und die Aufträge Anfang März vergeben werden.