Bauland statt Bauruinen
Grimburg · Kaum hat Grimburg ein Sanierungsgebiet ausgewiesen, eröffnet sich bereits eine Gelegenheit, das Ortsbild zu verbessern. Darüber hinaus geplant im aktuellen Doppelhaushalt 2015/16 sind ein Treppenlift fürs Bürgerhaus und ein schnelleres Datennetz.
Grimburg. Noch muss die Kommunalaufsicht dem Vorhaben zustimmen. Doch die Chancen, dass sie das tut, stehen gut. Die Ortsgemeinde Grimburg muss zwar einen Kredit aufnehmen, wenn sie zwei Häuser und zwei weitere Grundstücke neben diesen kau-fen will. Doch sobald die Häuser abgerissen sind, was laut vertraglicher Vereinbarung aus dem Kaufpreis bezahlt wird, kann sie die Parzellen als Bauland anbieten. Ortsbürgermeister Franz-Josef Weber ist daher zuversichtlich, dass es klappt mit dem kleinen "innerörtlichen Baugebiet". 80 000 Euro sind dafür im laufenden Jahr des einstimmig beschlossenen Doppelhaushaltsplanes 2015/2016 vorgesehen. Für weitere 15 000 Euro soll im Bürgerhaus ein Treppenlift eingebaut werden - eine wesentliche Verbesserung für Bürger, die den Saal im ersten Stock nutzen wollen. Außerdem wird der Bau des Feuerwehrgerätehauses die Gemeinde noch vier Jahre mit je etwa 5000 Euro belasten. Sie springt für den Feuerwehr-Förderverein, der gegenüber dem Träger Verbandsgemeinde (VG) in der Pflicht ist, in die Bresche (siehe Extra).
Daneben sieht der Plan für 2015 kleinere Posten vor: 7000 Euro für eine Zwischendecke im Bauhof, der zusätzliche Lagerflächen braucht, und 5000 Euro für den Bau einer Gerätehalle des Karnevalsvereins. Zusätzlich zu den geplanten Investitionen von gesamt 114 200 Euro sowie 7200 Euro in 2016 sind Ausgaben für einen Glasfaseranschluss vorgesehen. Da zwischen Kell und Hermeskeil ein neues Kabel verlegt wird, kann der Ort für voraussichtlich etwa 65 000 Euro schnellere Datenleitungen erhalten. Noch nicht exakt zu beziffern sind laut Weber Kosten für den allmählich drängenden Ausbau von Wirtschaftswegen. Priorität genießen landwirtschaftlich genutzte Wege wie etwa Hinter der Schlimmen Anwand. Anfang August will der Rat überlegen, welche Routen vordringlich ausgebaut werden sollten.
Für ihr Sanierungsgebiet, das mit Förder- und Abschreibungsmöglichkeiten Anreize für Investitionen schafft, muss die Gemeinde 2016 restliche 8000 Euro zahlen. Von insgesamt 14 500 Euro fließen 9900 Euro zurück - davon 3000 Euro aus der Kreis-Stiftung Zukunft und 6600 Euro aus einem EU-Leader-Programm. Von seiner Entscheidung, die Talstraße als Einbahnstraße auszuweisen, nimmt der Rat Abstand. Wie sich zeigt, wären Anwohner damit alles andere als glücklich, weil es die Verkehrssituation eher verschlimmbessern würde. Zu den Finanzen des Dorfes machte Kai Rosar vom Fachbereich Finanzen der VG auf die in 2013 noch positive freie Finanzspitze aufmerksam. Doch inzwischen reihe sich die Kommune ein in die landesweit große Mehrheit mit defizitären Haushalten. Ab 2015 wird mit einem jährlichen Minus von gut 90 000 Euro gerechnet, woran höchstens Einnahmen aus der Windkraft etwas ändern könnten. Doch da es derzeit sehr ungewiss ist, ob Grimburg solche Anlagen bauen kann, sind solche Einnahmen im Doppelhaushalt nicht enthalten. Wie berichtet drohen Mopsfledermäuse die Pläne zu vereiteln. Dank verhältnismäßig niedriger Schulden, die von 219 000 Euro Anfang 2015 bis Ende 2016 voraussichtlich auf gut 500 000 Euro steigen, steht Grimburg aber weiterhin gut da.
Laut Rosar wird es nach aktuellem Stand noch etliche Jährchen dauern, bis das Eigenkapital, das Vermögen des Ortes, in Höhe von gut fünf Millionen Euro aufgezehrt ist. ursExtra
Wie berichtet wäre ohne das Engagement des Feuerwehr-Fördervereins in Grimburg kein neues Feuerwehrhaus gebaut, sondern lediglich das alte umgebaut worden. Der Verein verpflichtete sich, die Mehrkosten für den Neubau, letztlich 60 324 Euro von insgesamt etwa 320 000 Euro, zu übernehmen. Unabhängig davon brachte er sich mit Eigenleistungen ein, die sich mit den an die Verbandsgemeinde (VG) überwiesenen 23 400 Euro aus Erspartem und Spenden auf 80 000 Euro summieren. Die restlichen Mehrkosten von 36 924 Euro bezahlt nun die Gemeinde, die wie im März 2014 beschlossen, dafür auch den Verkaufserlös für das alte Feuerwehrhaus einsetzte. 2014 überwies sie 17 500 Euro an die VG und stottert den Rest über vier Jahre ab. urs