Baustelle in Reinsfeld bereitet viel Ärger

Reinsfeld · Eine große Baustelle im 2500-Einwohnerort bereitet den Reinsfeldern derzeit viel Verdruss. Vor allem die direkten Anlieger beklagen, dass die fast 600 000 Euro teuren Arbeiten in der Ahlbertstraße zu langsam vorangehen.

Reinsfeld. (ax) Der Weg zur Schule, zum Kindergarten oder auch ins Bürgerhaus oder die Kulturhalle ist seit August für viele Reinsfelder mit Schwierigkeiten verbunden. Denn sie müssen dabei die mit Zäunen abgesicherte Baustelle in der Ahlbertstraße umgehen. Für knapp 600 000 Euro werden dort der Kanal und die Wasserleitungen teils saniert, teils ausgetauscht. Die Fahrbahndecke wird erneuert. Die Arbeiten sollten ursprünglich bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Dieses Ziel lässt sich aber nicht mehr erreichen. Zwar ist die Straße im Bereich des Kindergartens wieder schwarz, sprich asphaltiert. Vom Bürgerhaus in Richtung Renusstraße sind die Bagger jedoch immer noch am Buddeln.

"Es geht auf dieser Baustelle einfach kein Stück voran", klagt Anlieger Rudolf Eiden. Auch Berthold Rech findet, "dass die Arbeiten einfach zu lang dauern". Er könne nun schon zwei Monate lang sein Auto nicht mehr in der eigenen Garage abstellen, sondern müsse auf einen öffentlichen Parkplatz im Dorf ausweichen. Herbert Hemmes kritisiert, "dass hier manchmal tagelang überhaupt niemand da war." "Das stimmt so nicht", erwidert Hans-Ulrich Breit, Geschäftsführer der Baufirma. Die Mindestbesetzung auf der Baustelle seien vier Mann gewesen. Bei einer 300 Meter langen Strecke könne es aber schon vorkommen, dass ein Anlieger vor seinem Haus an mehreren Tagen keinen Arbeiter sieht.

Ortsbürgermeister Rainer Spies (SPD) und der Gemeinderat zeigen für den Ärger der Anlieger Verständnis. "Es sieht schon wüst aus", sagt Spies. Auch Paul Port von der Offenen Wählerliste (OWL) kritisiert den Ablauf der Arbeiten. Breit weist aber darauf hin, "dass wir bei den Tiefbauarbeiten auf Schwierigkeiten gestoßen sind, die sich summiert und deshalb Zeit gekostet haben". So hätten Pläne gefehlt, die die Lage der alten Wasserleitungen zeigten. "Die mussten wir erst mal suchen gehen". Außerdem habe es im Untergrund Probleme mit der Tragfähigkeit gegeben. "Wenn wir an diesen Stellen einfach die neue Straße drübergebaut hätten, wären dort schnell Dellen in der Fahrbahn entstanden", sagt Breit.

Zwischen Baufirma und Gemeindevertretern hat es diese Woche ein weiteres Gespräch gegeben. Dabei wurden Vereinbarungen getroffen, die die Gemüter beruhigen sollen

Die Firma Breit will Extraschichten an den Samstagen machen. "Außerdem sind wir jetzt mit acht Mann auf der Baustelle". Wenn das Wetter hält, soll in den nächsten vier Wochen zumindest der Abschnitt bis zur Brühlstraße mit der groben Asphaltschicht überzogen werden. Auf dem Reststück zur Renussstraße wird laut Breit über Winter ein Schotterweg angelegt. Die Firma wird zudem die Räumpflicht für die Straße übernehmen. Diese Zusicherungen stimmen Spies optimistisch, "dass wir die Sache zu einem vernünftigen Ende bringen können".

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