Bayern liegt an der Mosel

"Oazapft is'", hieß es beim dritten Oktoberfest der Mosellandkapelle in Wincheringen. Seit Jahresbeginn hatten die Vorstände des Orchesters und des Fördervereins dieses Fest organisiert und damit Bayern an die Mosel geholt.

Wincheringen. (doth) Wiesnbier, die Maß (Einliterkrug), Dirndl, die Krachlederne und Blasmusik, nichts fehlte an Zutaten für die weißblaue Stimmung an der Mosel, auch wenn das historische Vorbild aus München 150 Jahre Vorsprung hat. Drei Tage lang ließen sich jeweils etwa 600 Besucher im Festzelt von der Atmosphäre begeistern. 50 Helfer gewährleisteten jeden Abend den reibungslosen Nachschub an flüssiger und fester Nahrung.

Die Gastgeber, ganz zünftig in Dirndl und Lederhose, zogen zur Eröffnung ins Festzelt ein, verteilten sich im Publikum, standen teilweise auf den Bänken und ließen es musikalisch direkt richtig krachen. Ortsbürgermeister Leo Holbach schritt zur Tat, ergriff den Holzhammer, und mit ein paar gekonnten Schlägen saß der Zapfhahn. Viele Worte machte Holbach nicht, nur: "Oazapft is'". Moderator Andreas Fuchs begrüßte die Gäste. Den weitesten Weg zur weißblauen Freude hatte die Feuerwehr aus dem hessischen Guxhagen. Die Männer der Wehr sind Stammgäste auf dem Oktoberfest.

Die "bayrische Abordnung" der Mosellandkapelle unter der Leitung von Andreas Müller hatte eigens die Wiesenhits aus Bayern und Polkas einstudiert. Vor dem Bühnenbild "Alpenpanorama mit Riesenalphorn" trällerte Solist Alfred Michels die "Moselperle" nach dem Text des ersten Beigeordneten Matthias Klein und der Melodie des Bozener Marsches. Die Szenerie wechselte mit dem Auftritt der Bergmannskapelle aus Fell. Unter der Leitung von Uwe Lex spielte sich dieses Orchester durch die Hitparaden der letzten 40 Jahre. Den Abend beschloss Alleinunterhalter Egon Altenhofen auf seine unnachahmliche Art.

"Dass dieses Fest so einschlagen würde, haben wir selbst nicht geglaubt", stellte der Vorsitzende der Mosellandkapelle, Heinz-Peter Welter, fest.

Eigentlich sei es ja nur eine "Schnapsidee" zum 100. Geburtstag des Orchesters gewesen. Es stellte sich heraus, es war eine "Marktlücke".