Beamte aus der gesamten Region Trier sammeln und spenden Kleider und Spielsachen für Flüchtlinge in Hermeskeil
Hermeskeil/Trier · Ihrem Ruf als "Freund und Helfer" ist die Polizei in diesem speziellen Fall vollauf gerecht geworden: Die Trierer Bezirksgruppe der Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat eine Spendenaktion für die Flüchtlinge in der Hermeskeiler Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa) gestartet. An der Sammlung von Kleidern und Spielsachen haben sich aber nicht nur viele Beamte in Uniform beteiligt.
Kaum hat Dieter Engemann fürs Foto mit dem TV einen der Körbe mit Spielsachen aus dem Auto geholt, ist ihm die große Neugier von vielen kleinen Leuten gewiss. Der stellvertretende Vorsitzende der Trierer GdP-Bezirksgruppe ist schnell von einer Gruppe
Flüchtlingskinder umringt, die mit ihren Eltern derzeit in der Afa an der früheren Hermeskeiler Hochwaldkaserne untergebracht sind. Insgesamt etwa 1050 Asylbewerber haben dort derzeit eine erste Bleibe gefunden. An alle Jungen und Mädchen, die zu ihm gelaufen sind, verteilt Engemann je ein Spielzeug.Drei voll gefüllte Transporter
Er und seine Kollegen sind mit drei Transportern nach Hermeskeil gekommen. Alle Fahrzeuge sind restlos mit Säcken und anderen Behältern gefüllt, die neben Spielzeug vor allem viele Kleider enthalten.
Denn gerade weil der Winter naht, sind warme Sachen in der Afa nach wie vor sehr gefragt. Für die vom DRK-Kreisverband Trier-Saarburg geführte Kleiderkammer bedeutet die Spende willkommenen Nachschub.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Trierer GdP-Bezirksgruppe, in der rund 700 Kollegen organisiert sind, für Flüchtlinge sammelt. Vor zwei Jahren kam die Spende den Menschen in der Afa Ingelheim zugute, voriges Jahr wurde die Afa Trier bedacht. Nun ist die Einrichtung in Hermeskeil an der Reihe. Gesammelt haben die Polizisten vor allem Baby- und Kinderwäsche sowie Spielsachen, aber auch Kleidung in kleinen Herrengrößen, für die es einen besonders großen Bedarf gibt.
Mitgemacht haben bei der Aktion allerdings nicht nur Beamte aus dem Raum Trier. "Auch Kollegen aus dem Raum Ludwigshafen oder Mainz haben uns etwas geschickt", betont Engemann. Und die Spenden kommen auch nicht nur von Polizisten. "Einer unserer Kollegen hat zum Beispiel ein Kind, das in die Kita in Mehring geht. Er hat auf die Aktion aufmerksam gemacht, und dort haben dann sehr viele Leute gespendet", berichtet Engemann.
Vorsitzender der GdP-Bezirksgruppe ist Peter Kretz, zugleich Chef des Gesamtpersonalrats im Trierer Polizeipräsidium. Der Ortsbürgermeister von Neuhütten erinnert daran, dass viele Flüchtlinge in ihren Heimatländern Polizisten nicht als Beschützer kennengelernt haben, "sondern sie mit Drangsal und Bedrückung verbinden. Wir wollen ihnen zeigen, dass wir hier für ganz andere Werte stehen".
Ohne ihn beim Namen zu nennen, erlaubt sich Kretz auch einen kleinen Seitenhieb auf Rainer Wendt. Letzterer ist Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, in der im Vergleich zur GdP aber deutlich weniger Beamte organisiert sind. Klar distanziert sich Kretz von Wendts Forderung, an den deutschen Außengrenzen Zäune aufzubauen, die ein großes Medienecho verursacht hatte.
Anna Köbberling, Vizepräsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier, der alle Afa im Land unterstehen, bedankte sich zusammen mit Stefan Ding, Leiter der Hermeskeiler Einrichtung, und Petra Witt vom DRK für die großzügige Sachspende der Polizisten.