Becken, Dämme und Kanäle

KORDEL. Im Ortskern von Kordel führen zurzeit die Baumaschinen das Regiment – die Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land erweitert und modernisiert das Abwassersystem. Hinzu kommen die Arbeiten am Hochwasserschutz. Bauherr bei diesem Projekt ist der Kreis Trier-Saarburg.

Am weitesten fortgeschritten sind die im ersten Bauabschnitt erstellten Abwasseranlagen. Sie stehen im Zusammenhang mit dem neuen Klärwerk am Ramsteiner Weg, das später auch die Abwässer mehrerer umliegender Ortsgemeinden aufnehmen soll. Doch nicht nur die Kapazität des Kordeler Kanalsystems wird erweitert - sein Ausbau dient auch dem Hochwasserschutz. Kernstücke des Systems sind drei unterirdische Regenüberlaufbebecken. Das Erste ist schon fertiggestellt. Es befindet sich unter dem Pausenhof der Grundschule und hat 130 Kubikmeter Fassungsvermögen. Eine unter der Bahn hindurch geführte Ablaufleitung verbindet es mit der Kyll. Bau des dritten Behälters hat begonnen

Das zweite Becken auf dem Parkgelände ist fast fertig gestellt. Noch kann der Behälter, der 170 Kubikmeter fasst, von oben betrachtet werden. Doch bald wird auch er unter der Erde verschwunden sein. Dieser Tage wurden dort die zur Sicherung der Baugrube eingerammten stählernen Spundwände gezogen. Damit ist auch dort der Weg frei für die Bohrung einer unterirdischen Ablaufleitung zur Kyll. Das dritte Überlaufbecken mit 85 Kubikmetern Fassungsvermögen entsteht bei der neuen Kläranlage am Ramsteiner Weg. Die Arbeiten haben kürzlich begonnen. Nach Angaben von Rüdiger Karst, Leiter der VG-Werke Trier-Land, erhalten die Becken bei einem plötzlichen Anstieg der Zulaufmenge eine Doppelfunktion: Schutz der Kyll vor ungeklärtem Abwasser und Entlastung der Kanalisation im Ortskern. Dabei funktionieren die Becken wie folgt: Schwillt der Zulauf im Schmutzwasserkanal - insbesondere durch hereinströmendes Oberflächenwasser bei Starkregen - plötzlich an, wird das im Kanal vorhandene Abwasser in den Becken aufgefangen. Danach leitet ein Schieber- und Pumpsystem in den Becken das nachströmende, verhältnismäßig saubere Regenwasser durch die Ablaufleitung in die Kyll. Dies entlastet wiederum das nachfolgende Abwassersystem im Ort, das keine großen Regenmengen mehr aufnehmen muss. Die Gefahr, dass sich das Wasser wie in der Vergangenheit aus den überfüllten Kanälen hochdrückt, sinkt erheblich. Das Abwasserprojekt geht einher mit dem Bau des Hochwasserschutzes. Bauherr dieser 3,5 Millionen Euro teuren Maßnahme ist der Kreis. Das Land trägt rund 70 Prozent der Kosten. Bedingt durch die Kessellage im Kylltal, war die Dorfmitte in den vergangenen zehn Jahren wiederholt von schweren Überschwemmungen heimgesucht worden. Durch die Schutzbauten sollen die Bewohner des Ortskerns wieder ruhiger - trocken - schlafen können. Der Altbach wird in seine Grenzen verwiesen

Im Februar, wenn die Konzer Firma Elenz ihre Arbeiten an der ersten Bauphase unter der Leitung von Polier Hermann Ohs abgeschlossen hat, soll die Ausschreibung für den zweiten Bauabschnitt folgen. Die augenfälligsten Hochwasser-Schutzeinrichtungen werden im Bereich Park/St.-Amandusstraße/Altbach entstehen: Massive Schutzwände sollen verhindern, dass der Bach nach "Starkregen-Ereignissen" wie früher über die Stränge schlägt. Die kleine Brücke über den Bach in der St.-Amandus-Straße wird dann komplett geflutet werden, und ein mobiler Hochwasserschutz quer über die Straße verhindert einen Ausbruch der Fluten. Hinzu kommt ein Hochleistungspumpwerk, das am Rande des Parks entsteht. Es soll die sich dort sammelnden Wassermassen mit einer Leistung von 1000 Litern pro Sekunde in die Kyll befördern. Der Fluss wird sich derweil "einschränken" müssen - zwischen neuen Dammbauten und Mauern, die sich von der Grundschule bis zum Ortseingang hinziehen. Ebenfalls vorgesehen sind die Aufstockung des Damms an der Ehranger Straße und der Bau eines Damm- und Mauersystems am Ramsteiner Weg. Alle Arbeiten sollen im Sommer abgeschlossen sein. Ortsbürgermeister Medard Roth: "Auch sind wir bemüht, den Park bis zur Kirmes im August wiederherzurichten."