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Beckentest im neuen Konzer Hallenbad erfolgreich absolviert – Eröffnung im September

Beckentest im neuen Konzer Hallenbad erfolgreich absolviert – Eröffnung im September

Der Endspurt beim Bau des Konzer Saar-Mosel-Bads hat begonnen. Während in und an dem Bad fieberhaft gearbeitet wird, ist eines sicher: Mehrere Tests haben ergeben, dass die Becken für den Schwimmbetrieb geeignet sind.

Lila Wasser schießt durch die Ventile in das große Edelstahlbecken im neuen Konzer Saar-Mosel-Bad. Arbeiter haben zuvor Lebensmittelfarbe in Wassertonnen angerührt. Jetzt pumpen sie die Farbe in das neue Schwimmerbecken. Mehrere Ingenieure beobachten, ob sie sich regelmäßig verteilt. Drei Minuten später sind sie erleichtert: Denn das Wasser ist komplett lila. Das bedeutet: Die Beckenhydraulik funktioniert.

"Der Test ist sehr erfolgreich verlaufen", sagt Ewald Emmerich, Planer für Gebäudetechnik vom Ingenieurbüro PEC. Mit dem Verfahren kann festgestellt werden, ob die Verteilung von Chlor im Becken funktioniert. "Weil Chlor nicht sichtbar ist, macht man das mit einem Farbmittel. Das ist Lebensmittelfarbe." Die lila Farbe wird nach einiger Zeit durch die Umwälzung in dem Becken von alleine wieder verschwinden. Weil der Test erfolgreich war, steht der Beimischung von Chlor nichts mehr entgegen.

Wichtiger Schritt

Der Test ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum neuen Bad. Um den Zeitplan bis zur Eröffnung im September einzuhalten, sind etliche Bauarbeiter, Installateure und Elektriker beschäftigt. Während auf dem Außengelände zum Teil schwere Maschinen im Einsatz sind, werden im Innern Leitungen verlegt, Pumpen programmiert und Spinde aufgebaut. Stefan Oberbillig, Leiter der Konzer Verbandsgemeindewerke, ist zuversichtlich, dass das Bad pünktlich fertig wird.

Der Eingangsbereich wirkt schon jetzt modern, an der Treppe zum Schwimmbereich fehlt noch das Geländer. Der Aufzug ist noch nicht in Betrieb. An den Decken deuten viele herabhängende Kabel und Löcher in den Verkleidungen an, wo später Strahler hängen. Die meisten Spinde in den Umkleidekabinen im ersten Stock stehen aber schon. Genau wie in den Duschen greift dort das Farbkonzept. Bei den Herren bekommt alles Grün- und Türkistöne, bei den Damen wird es weinrot oder Magenta.

Den Schwimmerbereich schirmt eine Glasfassade vom Außengelände ab. Das Schwimmerbecken ist 12,50 Meter breit und 25 Meter lang - und schon seit dem 10. Juni mit Wasser gefüllt. Die Dichtigkeit und auch die Beckenhydraulik wurden dort und im Lernbecken erfolgreich getestet. Beide Becken sind aus Edelstahl.
Dunkle Fliesen sind besonders

Das Babybecken muss hingegen noch gefliest werden - anders als der Boden. Oberbillig deutet darauf und sagt: "Hier ist etwas anders als in anderen Bädern!" Die Konzer haben sich für schwarze Fliesen entschieden, die zu den hellen Stahlbecken und der lichtdurchfluteten Fensterwand einen Kontrast bilden.

Das Herzstück des Schwimmbads, von dem die Besucher später im besten Fall nichts mitbekommen, befindet sich unter den Becken im Keller. Kabelschächte. Kontrollarmaturen und -anzeigen, Tanks und Rohre prägen den Bereich. "Hier wurden mehr als 25 Kilometer Leitungen für die Badewassertechnik verlegt", sagt Oberbillig. Im Keller steht auch die Belüftungsanlage, die über zwei große Schornsteine 40.000 Kubikmeter (40 Millionen Liter) Luft umwälzen kann. Im Vergleich dazu sieht die Technik für die Heizung sehr bescheiden aus.

Ein paar Ventile und Rohre - mehr Platz und Technik wird nicht gebraucht. Die Energie kommt schließlich aus dem Blockheizkraftwerk, das oberhalb des Bads steht. Hauptenergieproduzent ist eine Holzhackschnitzelanlage, die auch das Schulzentrum und die Saar-Mosel-Halle versorgen soll. Reicht die Energie nicht aus, wird zusätzlich Gas genutzt.Saar-Mosel-Bad

Das Saar-Mosel-Bad kostet 8,1 Millionen Euro. Den Neubau eines Hallenbads nach Abriss des alten Hallen- und Freibads wurde nach einer fast zwei Jahrzehnte langen Diskussion und jahrelanger Planung beschlossen. Die alte Halle ist seit Pfingsten 2010 geschlossen, das Freibad ist seit September 2010 zu. Seitdem müssen die Konzer ohne Bad auskommen. Darunter haben vor allem die Ortsgruppe der DLRG in Konz und die Schwimmabteilung der TG Konz gelitten. Der Abriss des alten Bads begann 2013. Der Spatenstich für das neue Bad war am 5. April 2014.

Die Konzer Bürger haben unterschiedliche Meinungen zum neuen Hallenbad. Viele bedauern, dass der weitläufige Freibadbereich samt Sprunganlage wegfällt und nur durch eine Terrasse mit Liegewiese und einer bei gutem Wetter geöffneten Glasfassade kompensiert wird. Andere freuen sich, dass Konz ein neues Bad bekommt. Diese beiden Positionen spiegeln sich in den Diskussionen der vergangenen Jahre wieder. cmk