Begegnung im Fernen Osten

Die Familie Pahl aus Wincheringen hat ihr Patenkind Yen in seinemHeimatort im vietnamesischen Hinterland besucht und viele prägende Eindrücke bekommen.

Wincheringen. (sis) "Es ist dort wie bei uns vor mehr als hundert Jahren, aber wahnsinnig beeindruckend", sagt Myriam Pahl nach ihrer Reise mit Ehemann Winfried und Tochter Laura in ein vietnamesisches Dorf. Dort trafen sie zum ersten Mal ihr Patenkind Yen, ein achtjähriges Mädchen, das sie bisher nur über Briefe und Fotos kannten. Von der Großstadt Hanoi machten sie sich auf eine zehnstündige Fahrt durch die Berge Vietnams. Zustande kam der Kontakt durch Plan International, ein Kinderhilfswerk, das in 48 Ländern in Asien, Afrika und Lateinamerika tätig ist. Mitarbeiter von Plan begleiteten die Familie auf ihrer Tour durchs Hinterland vonVietnam.

Von Asien, vor allem von Vietnam, waren die Pahls schon immer fasziniert. Die Reisterrassen, die unberührte Natur und die kleinen Häuser begeisterten die Wincheringer. "Wir haben mit unseren Spenden schnell gemerkt, dass wir mit wenigen Mitteln viel erreichen können", so Winfried Pahl. Statt einer bestimmten Familie ünterstützen sie mit ihren Spenden die sozialen Einrichtungen von Plan, die einer Gemeinschaft des vietnamesischen Nam-Volkes zugute kommen sollen. So brachten die Pahls nicht nur Geschenke für Yens Familie mit, sondern auch für die Schule, die von Plan derzeit gebaut wird.

Dass einige Kinder nicht zur Schule gehen konnten, weil sie keine warme Kleidung besitzen, erschrak die Pahls so sehr, dass sie den Schulkindern warme Kleidung kauften. Für ihre Yen erhoffen sie sich vor allem eine gute Schulausbildung. "Am meisten hat uns beeindruckt, wie unmaterialistisch die Menschen in Vietnam sind. Dort leben die Generationen noch zusammen und haben Respekt vor den Älteren", sagt Winfried Pahl.

"Die Leute sind aber auch äußerst kommunikativ: Dort spielt sich das Leben der Menschen noch auf der Straße ab - hier dagegen lebt jeder isoliert in seinem Haus", ergänzt Tochter Laura. "Nach Hause zurückzukehren war ein kleiner Schock", sind sich die Pahls einig. Aber auch in Vietnam war vieles für die Pahls erst einmal gewöhnungsbedürftig: "Wir waren uns nicht immer sicher, was wir da eigentlich essen und waren erschrocken, dass man von mir als 17-Jährige erwartet, schon Mutter und Ehefrau zu sein", erzählt Laura. Für die große Gastfreundschaft von Yens Familie bedankten sich die Pahls mit Esskörben und Schulsachen für Yen. "Ein paar Euro sind für die Vietnamesen megaviel wert", hat Winfried Pahl erfahren. "Da ist es schön, wenn sich viele Menschen einer solchen Sache annehmen", ergänzt seine Frau Myriam über die Unterstützung des Kinderhilfswerkes Plan.

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