Behörde gegen Veröffentlichung der Ergebnisse

Schweich · Dietmar Grundheber, Geschäftsführer des Jugendnetzwerks Konz, ist sauer. Der Landeswahlleiter hat dem Kreis Trier-Saarburg empfohlen, dass die AG Jugendarbeit, die die U18-Wahlen organisiert hat, die Resultate aus den Jugendwahllokalen im Landkreis Trier-Saarburg nicht vor Schließung der Wahllokale am Sonntag veröffentlichen sollen.

Schweich. Jugendliche unter 18 Jahren aus Deutschland waren am Freitag vor einer Woche aufgerufen, ihr Europäisches Parlament zu wählen. Geplant war, dass die Ergebnisse aus 16 Bundesländern nach Schließung der Jugendwahllokale auf der Internetseite www.u18.org veröffentlicht werden. Zwischenzeitlich kann man dort die Ergebnisse aus 15 Bundesländern abrufen. Aus dem Saarland liegen keine Ergebnisse vor. Für Rheinland-Pfalz hatten bis 18 Uhr am Sonntag nur der Landkreis Mainz-Bingen und die Stadt Kaiserslautern Wahlresultate der U18-Europawahlen ausgezählt und in die vom Deutschen Kinderhilfswerk zur Verfügung gestellte Datenbank eingepflegt. Ergebnisse aus den übrigen Landkreisen - darunter Trier-Saarburg - und kreisfreien Städten des Landes suchte man bis gestern vergeblich. Grund hierfür ist, dass Landeswahlleiter Jörg Berres empfohlen hat, die Resultate der Jugendwahlen nicht vor Sonntag, 25. Mai, 18 Uhr, zu veröffentlichen. Seine Entscheidung begründet er damit, dass nicht auszuschließen sei, dass das veröffentlichte Abstimmungsergebnis der Jugendlichen Einfluss auf das Ergebnis der Kommunalwahlen nehmen könnte. Für das Land Rheinland-Pfalz sei eine solche Empfehlung gängige Praxis, sagt Hans-Ulrich Weidenfeller, ein Sprecher des Landeswahlleiters. Auf die Frage, weshalb die Abstimmunsgsergebnisse aus anderen Bundesländern schon publiziert seien, erwidert Weidenfeller, dass seine Behörde nur für das Land Rheinland-Pfalz zuständig sei - man sich aber in der Beurteilung des Sachverhalts mit dem Bundeswahlleiter einig sei. Dietmar Grundheber, Geschäftsführer des Jugendnetzwerks Konz (Junetko), ärgert sich. "Wir haben mit viel Engagement bei den Jugendlichen für die Jugendwahlen geworben. Dadurch, dass wir die Abstimmungsergebnisse vorab nicht öffentlich machen durften, glauben sie, dass die Erwachsenen sie nicht ernst nehmen." itz
Extra

Ausgezählt wurden bei den Jugendwahlen bis gestern, 18 Uhr, bundesweit 36 000 Stimmzettel. Auf die meisten Stimmen kommt die CDU mit 24,33 Prozent. Mit 18,96 Prozent folgt die SPD. Die Grünen kommen auf 18,81 Prozent, Linke (7,78 Prozent), die Piraten (7,12 Prozent) , Tierschutzpartei (6,07 Prozent). Die Sonstigen Parteien kommen auf 16,92 Prozent). itz

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