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Bei der ersten Tawerner Bürgerwerkstatt haben sich 103 Menschen eingebracht

Dorfentwicklung : Fünf Themen, fünf Tische, viele Ideen

Bei der ersten Tawerner Bürgerwerkstatt haben sich 103 Menschen eingebracht, denen etwas an der Zukunft ihres Ortes liegt.

Es erinnert ein wenig an Speed-Dating,  Partnerschaftsveranstaltungen, bei denen die Teilnehmer alle zehn Minuten neue Gesprächspartner vor sich haben. Die Bürgerwerkstatt in Tawern, zu der die Ortsgemeinde und die Dorf­entwicklerin Melanie Baumeister eingeladen haben, kristallisierte aus der Dorfmoderation als Grundlage fünf Schwerpunktthemen zur Weiterentwicklung eines Dorferneuerungskonzeptes heraus.

„Wir wollen ein Meinungsbild der Bürger bekommen“, ist ihr Wunsch. Im Dorferneuerungsausschuss seien schon viele Vorschläge unterbreitet worden.

Fünf Tische waren im Bürgerhaus zuvor mit ganz normalem Packpapier bespannt worden. In der Mitte war jeweils zu lesen, worum es an jedem dieser Tische geht: Wirtschaft, Baukultur, Freiraum- und Gartenkultur, Wohnformen, wichtige Plätze und Gebäude.

Zwei „Gastgeber“ notierten an jedem Tisch die Vorschläge der zusammen 103 Bürger, die einmal zu konkreten Projekten führen könnten. Als Schwerpunktgemeinde wird Tawern nämlich über das Dorferneuerungsprogramm verstärkt vom Land gefördert. „Das Land fordert jedoch, dass die Bürger aktiv mitwirken, und über die Bestandsaufnahme der Dorfmoderation hinaus ein Konzept entwickeln“, sagt Baumeister. Und das sind die Vorschläge der Bürger:

Baukultur: Den Kindergarten mit dem Marktplatz präsenter gestalten, das alte Amtsgebäude für die Gemeinschaft nutzbar machen, Spazier- und Wanderwege mit Ruhebänken anlegen, mehr Begrünung, mehr Bauformen Raum geben, mit Hausnamen Geschichte erlebbar machen, ein Bewusstsein für das Dorfleben schaffen.

Freiraum- und Gartenkultur: Erlebniswege anlegen, optische Aufwertung mit Grün, Blumen und Bäumen, offene Gärten ohne Zäune, Gemeinschaftsgärten, Treffpunkte schaffen (Grillplatz, Tischtennis, Boule), die Parksituation entschärfen, mehr Freiräume schaffen.

Wohnformen: Betreutes Wohnen, auch für Alleinerziehende, Mehrgenerationen-Wohngruppen (barrierefrei und bezahlbar), eine Künstlerkolonie, mehr Nachbarschaftshilfe, Car-Sharing, Anhalterbank, Leih­oma und Leihopa, zentrale Energiegewinnung, Ladestation für E-Autos, eine Dorf-App, Repair-Cafés.

Wirtschaft: Verkehrsberuhigung, Parkplatzproblem mit zugeparkten Gehwegen lösen, mehr öffentlicher Nahverkehr, Jugendtaxis, Dorfbus, mehr Gastronomie, auch an der Tempelanlage, Gewerbegebiet mit Firmen, die ausbilden, erneuerbare Energie nutzen, Dorfladen, Apotheke, Mobilitäts-App, E-Bike und Scooter-Sharing. Mehr Kunst.

Wichtige Plätze und Gebäude: Das römische Erbe besser erschließen, Begegnungsstätten für alle Generationen schaffen, Parkanlagen, Ruhebänke, Spielplätze, Platz für Vereine mit Probenräumen und Lagermöglichkeiten, altes Amtsgebäude nutzen, Biotonne- und Containersituation am Friedhof verbessern.

Die Vorschläge wurden, bevor das Packpapier von den Tischen geholt und sorgfältig zusammengefaltet wurde, abfotografiert.

Alle Ideen sollen in die weitere Entwicklung Tawerns und Fellerichs einfließen.