Bei der Freigabe der Ortsdurchfahrt Bilzingen werden Befürchtungen um zu schnelles Fahren laut.

Infrastruktur : Lockt die neue Straße neue Raser an?

Licht und Schatten liegen bei der Freigabe der Ortsdurchfahrt Bilzingen dicht beieinander. So mancher Autofahrer rast nun durch das Zentrum.

Endlich ist der Ausbau der Ortsdurchfahrt fertig. „Ich danke allen Bürgern für ihre Geduld und ihre Nerven“, ist der Bilzinger Ortsvorsteher und Beigeordnete der Ortsgemeinde Wincheringen, Egon Fochs, erleichtert. Die Kreisstraße 111 und die Landesstraße 134 sind jetzt wieder offiziell für den Verkehr freigegeben worden. Mit dem Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Andy Becht, Landrat Günther Schartz, dem Beigeordneten der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, Martin Alten, und vielen weiteren Ehrengästen wurde eine letzte Sperre symbolisch beiseite geräumt.

Doch Fochs stört so einiges: „Seit 2005 sollte die Straße ausgebaut werden. Mal war kein Geld da, mal fehlte die Dringlichkeit.“ Erst eine Anfrage von Landtagsmitglied Bernd Henter an oberster Stelle brachte den Durchbruch.

Für die 140 Bilzinger ist die neue Straße ein Gewinn, die Autofahrer, die zu schnell unterwegs sind, jedoch nicht. „Wir haben in einer Messung ein Höchsttempo von 113 km/h festgestellt“, sorgt sich Fochs und fordert die zuständigen Behörden zu Gegenmaßnahmen auf: „Bilzingen muss doch nicht erst zu einem Unfallschwerpunkt werden.“

Landrat Günther Schartz stellt fest: „Die ganze Region ist froh, dass diese Strecke jetzt wieder frei ist.“ Von Bilzingen aus sei man in einer halben Stunde am Luxemburger Flughafen, dessen Lichter am Abend am Horizont zu sehen sind, so attraktiv sei die Lage Bilzingens. Ausdrücklich gelobt wird der Ortsverschönerungsverein, dem Fochs vorsteht. Nach der Kapellenrenovierung folgt jetzt die Gestaltung eines neuen Dorfplatzes im Zentrum.

„Eine gute Infrastruktur gehört zum Selbstverständnis des Landes, ist aber keineswegs selbstverständlich“, erklärt Staatssekretär Becht und lobt die gute Zusammenarbeit aller an der Baustelle Beteiligten. Da habe das Abstimmungsverfahren reibungslos funktioniert. In seinem Hause werden gerade 3000 Vorhaben bearbeitet, bis hin zum Hochmoselübergang.

„Wie das ist, in einer Baustelle zu wohnen, erlebe ich gerade selbst, wenn das ganze Haus vibriert, nur weil ein Bagger vorbeifährt“, weiß er aus eigener Erfahrung. Ein solcher Ausbau habe auch einen inneren Wert, denn eine Straße sei auch ein Sozialraum: „Die ländlichen Räume haben einen Anspruch auf Modernität.“

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